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Die Stadt
6 Der SchilTsanlegeplalz vor der Brühischen Terrasse mit Landlagsgebäude Paul Wallots, 1901 IT., und der Katholischen Hofkirche, 1738 ff.
GESCHICHTE Dresden, an beiden Ufern der Elbe gelegen, kann seine Geschichte als Stadt mehr als 750 Jahre zurückverfolgen. Ihren Namen entlehnt sie einem slawischen Weiler.
Die deutsche Besiedlung erfolgte von Meißen aus flußaufwärts. Die erste Kirche am Westufer, die Frauenkirche, dürfte noch in das zwölfte Jahrhundert gehören. Wenige hundert Meter nördlich entstand das Kastell des Markgrafen mit einem Markt, der in seinem Umfang bis 1945 erhalten blieb, und einer zuerst hölzernen, seit 1287 bereits steinernen Brücke. Nach der Chemnitzer Teilung der wettinischen Lande von 1382, als Markgraf Wilhelm I. regelmäßig in Dresden residierte, gelangte die Stadt neben Meißen zu größerer Bedeutung. Seit der zweiten Teilung von 1485 wurde sie ständige Residenz des albertinischen Hauses. Doch erst 1547, als Moritz den ernestinischen Vettern die Kurwürde abgewann, begann der Aufstieg als Residenz des bedeutendsten protestantischen Territorialstaates Deutschlands.
Mit dem politischen ging auch der kulturelle Aufschwung einher. Bedeutende Baumeister, Bildhauer, Maler und Kunsthandwerker eilten bis aus Italien herbei und sorgten für die Ausschmückung der Stadt. Der Reichtum des Landes floß aus dem Silberbergbau des Erzgebirges; seit 1477 wurden in Dresden Münzen geschlagen. Als der Dreißigjährige Krieg begann, prangte die Stadt in den neuen Formen der Renaissance.
Die Stagnation des Dreißigjährigen Krieges war bald überwunden. Mit Heinrich Schütz, dem Begründer der deutschen Oper, gelangte das musikalische Leben zu einer ersten Hochblüte.
1658 erhielt die Stadt ein festes Opernhaus. Es entstand auch der erste Großbau vor den Mauern, das Palais im Großen Garten. Mit der Thronbesteigung des jungen August, der als August der Starke in die Geschichte eingegangen ist, begann 1694 eine neue Epoche. Ebenso politisch ehrgeizig wie prachtliebend, begnügte er sich nicht mehr mit der Regierung des mitteldeutschen Territorialstaates, sondern suchte europäische Politik zu treiben. 1697 gewann er die polnische Königskrone und trat zum katholischen Glauben über. Augusts Ehrgeiz richtete sich auch auf die Verwandlung Dresdens in eine Kunstmetropole. Er sammelte einen Stab hervorragender Architekten um sich, darunter Matthäus Daniel Pöppel-mann und Zacharias Longuelune, die ihrerseits die Künstler für die Ausstattung der neuen Gebäude anleiteten. Der Zwinger, die Schlösser Pillnitz und Übigau, der Garten von Großsedlitz, der Umbau von Schloß Moritzburg, die Anlage der Neustadt mit dem Japanischen Palais und die Frauenkirche entstanden während seiner Regierungszeit. Bauordnungen sorgten, daß auch die Bürgerhäuser dem neuen Gesamtkunstwerk Stadt entsprachen. Als August 1733 starb, hatte sich Dresden von einer Stadt der Renaissance in eine Stadt des Barocks verwandelt. Im Zeitalter des Merkantilismus begründete er eine Reihe von Manufakturen, darunter die Porzellanmanufaktur. Auf ihnen beruhte jetzt der wirtschaftliche Wohlstand des Landes. Glanzvolle Festlichkeiten zogen die Fremden an.
August III. vollendete das Werk des Vaters. Unter ihm wirkte Johann Christian Knöffel, der