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Zum GeleitStaatsminister Willi GörlachMit dem ehemaligen Zisterzienser-Kloster Eberbach im Rheingau befindet sich das als Gesamtanlage bedeutendste hochmittelalterliche Baukunstwerk Hessens im Eigentum des Landes. Das Kloster gelangte nach dem Reichsdeputationshauptschluß" von 1803 in den Besitz des Fürsten Friedrich August von Nassau-Usingen, der am 18. September des gleichen Jahres die Aufhebung verfügte. Durch die alsbaldige Einrichtung einer fürstlichen Weinkellerei wurde aber die weinbauliche Tätigkeit der Mönche ohne Unterbrechung fortgesetzt. Auch die Annektierung des Herzogtums Nassau durch Preußen (1866) änderte an dem Weinbaubetrieb nichts. Er wurde als preußische und nach 1945 als hessische Weinbaudomäne weitergeführt. Der zisterziensische Wirtschaftsbetrieb erwies sich ökonomisch als so stabil, daß er alle politischen Umwälzungen überstand.Heute steht das ehemalige Kloster in der Verwaltung und wirtschaftlichen Nutzung durch die hessischen Staatsweingüter, und damit wird die von den Zisterziensern mit Fleiß und Können begonnene und über achthundert Jahre fortgesetzte Weinbautradition bewahrt. Nicht nur Weinfachleute sind von dieser Traditionspflege angetan. Auch die für staatliches Handeln Verantwortlichen sehen in der Staatsdomänen- und Staatsweingüterverwaltung die richtige staatliche Liegenschaftsverwaltung für das Weinkloster".Privateigentum verpflichtet gegenüber der Gemeinschaft", so heißt es in Art. 45 der Hessischen Verfassung. Selbstverständlich hat eine solche Verpflichtung Geltung auch für den Staat als Eigentümer. Hessen ist sich des hohen Wertes des Klosters als Baudenkmal bewußt. In einer ersten Phase der Restaurierung wurden von 1952 bis 1980 rund 2 Mio DM in den Klostergebäuden investiert. Dazu kamen von 1950 bis 1985 rund 3 Mio DM für die Bauunterhaltung.Der beachtliche Aufwand an öffentlichen Mitteln für die Bauunterhaltung reichte allerdings - wie sich gezeigt hat - nicht aus, um die historische Bausubstanz in einem ihrer Bedeutung angemessenen Zustand zu erhalten. Es wurde deshalb im Jahre 1982 mit der Planung einer Restaurierung von Grund auf begonnen. Sie war 1986 soweit fortgeschritten, daß ein erster Bauabschnitt der Generalinstandsetzung" anlaufen konnte. Abhängig von den verfügbaren öffentlichen Mitteln sollen weitere elf Bauabschnitte bis zum Jahr 2000 folgen.Es ist naheliegend, daß die Generalinstandsetzung einer Gebäudeanlage von dem historischen Wert und den Ausmaßen der Liegenschaft Eberbach viel Geld kostet. Die Ausgaben für diesen Zweck können nur verantwortet werden, wenn eine angemessene Nutzung der Gebäude erfolgt, zumal Fachleute die Chancen für die dauerhafte Erhaltung leerstehender historischer Bauten sehr kritisch beurteilen.