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Vorbemerkung
Große Kunst, wie der Kölner Dom, erschließt sich nicht bei einer ersten flüchtigen Begegnung. Die künstlerische Gestalt formt sich aus unzähligen, geschichtlich gewachsenen Einzellieiten; sie alle zusammen stehen in einem nicht ohne weiteres beschreibbaren Verhältnis der Harmonie, des Zusammenstimmens. Sobald wir nicht nur das Vielerlei der architektonischen und plastischen Formen, der Maß-, Licht- und Raumverhältnisse wahrnehmen, sondern in dieser Vielfalt die Harmonie der künstlerischen Ordnung sehen lernen, begreifen wir das Kunstwerk.
Aber der Dom ist mehr als ein Kunstwerk; er ist das Haus des Herrn auf Erden. Erst dort, wo ein Dom Stätte des Betens und Anbetens ist, lebt er und kann sein geistiges Wesen entfalten. Werin wir das erfassen wollen, so gilt es nicht nur, sich geduldig mit der sichtbaren Gestalt vertraut zu madien, es bedarf auch der Ehrfurcht und des Hinhörens auf die Sprache des Sakralen. Dann kann uns ein Bauwerk wie der Kölner Dom zum Erlebnis werden.