Bővebb ismertető
Habén wir nicht gemeint, die Stadt lángst zu kennen? Nicht zum ersten Mai führt unser Weg uns hierher. Oft schon habén wir Halt hier gemacht, um durch Strafien und Gassen zu streifen. Manche Sehenswürdigkeit habén wir bestaunt. Und konnten doch immer, wenn wir kamen, wieder and eres entdecken, bis dahin nicht gekanntes erfahren. Wanderungen durch eine tausendjáhrige Stadt. Nachdenken dariiber, wer vor uns hier gegangen ist. Türen, deren Holz rissig ist und vom Altér geschwárzt - wer hat sie einst geöffnet und hinter sich geschlossen? Fenster, hell und blank in jungen Háuserwánden - wer schaut uns durch sie an? Wanderungen durch eine Stadt. Ihrem Gestern begegnen und ihrem Heute. Die Menschen erieben, die dann zu Hause sind. Und wie oft wir auch wiederkehren - immer wird die Stadt neu für uns sein. Auf der breiten, geraden Fernverkehrsstrafie, der F 80, die das flachhügelige Land zwischen der Saalestadt Halle und Seeburg durchquert, sind wir in Richtung Eisleben gefahren. Wir habén uns früherer Fahrten erinnert, da führte die F 80 noch ein wenig weiter nördlich entlang, vorbei an den Weinbergen und den obstbaumbestandenen Hangén bei Rollsdorf und dem Bindersee. Aber die geologische Struktur der Landschaft, in der wir uns befinden, hat ihren Tribut gefordert: In der Tiefe lagernde Stein- und Kalisalze, ausgelaugt im Lauf der Zeiten, habén Bodensenkungen verursacht; auch unsere Strafíe hatte darunter zu leiden gehabt. So hat man die F 80 etwas südlich neu erbaut, vierspurig nun; erst hinter Seeburg werden wir wieder auf die alte Trasse stofíen. Zur Linken griiftt uns der spitzkegelige Abraumberg des Kalischachts Teutschenthal, noch zum halleschen Saalkreis gehörig, uncl danach, dampfüberlagert, das Braunkohlenwerk Gustav Sobottka, das schon im Kreis Eisleben steht. Dann steigt die Strafíe an. Hügeliges Land schiebt sich wie ein Wall in die Ebene. Von der Höhe öffnct sich uns cler Blick auf den Süfíen See uncl dariiber hinaus ins weite Mansfelder Land. Das Bild, das sich uns bietet, Iáik an südliche Landschaft denken. Die Bláue des Himmels wird von der sich lang nach Norclwesten ziehenden Wasserfláche aufgenommen, weift und bunt blinken die Segel der Sportboote darin. Am Ostufer ragén die Türme der Seeburg auf, die dem kleinen Ort ihren Namen gab; die einstige karolingische Volksburg, die zu den áltesten Mitteldeutschlands záhlt, wird 743 schon als Hochseeburg erwáhnt. Es lockt zu verweilen, die Burg zu besuchen, die heute unter anderem als Jugendherberge dient, oder zum Badestrand hinüberzuwandern, der an schönen Sommertagen Tausende von Gásten anzieht. Der alte Raddampfer, der einmal die Elbe befuhr, die Königstein, ist heute, auf Land gesetzt, eine Gaststátte für die Besucher des Naherholungszentrums, das hier am Süfien See bei Seeburg im Kreis Eisleben entstand. Der See bleibt nahe, als wir weiterfahren; freilich ist der Ausblick auf die Wasserfláche durch die endlosen Reihen der Apfelbáume des Volkseigenen Gutes Walter Schneider verdeckt. Immerhin, wir wissen: Fünf Kilometer lang ist der See, achthundert Meter breit und bis zu sieben Meter tief. Sein Name láfit uns nach dem Salzigen See fragén, und auch den hat es gegeben, keine hundert Jahre ist es her. Er wurde abgepumpt, weil sein Wasser den Kupferbergbau im Röblinger Gebiet, ein wenig südlich vom Siifíen See, gefáhrdete. Geblieben ist die Erinnerung an ihn im Namen cler Ortschaft Röblingen am See, die an keinem See mehr liegt. Den Süfíen See gibt es nach wie vor. Wein reift an seinen sonnigen Hángen, Obstplantagen sáumen ihn, sogar Aprikosen pflückt man hier. Und mancher, der im Süfíen See badete, hat verwundert bemerkt: Ein biíkhen salzig schmeckt er doch. Sein Wasser enthált 0,3 Prozent Salz.