Bővebb ismertető
Florenz gehört zu den Stätten, an denen sich nach dem Untergang der antiken Welt nicht nur der italienische, sondern der abendlän= dische Geist schlechthin mit am klarsten und dauerhaftesten mani= festiert hat. Es ist kein billiger Vergleich, wenn man die Stellung von Florenz im christlichen Kulturleben mit der von Athen im heid= nisch=antiken in Parallele setzt; denn die umfassende Weite der Ideen, die, das gesamte Kulturleben in Kunst und Wissenschaften, in Handel und Politik betreffend, von dort ihren Ausgang nehmen oder dort zu ihrer Blüte gelangen, ist wahrhaft überwältigend. Wann immer man sich mit der Geschichte des abendländischen Geistes beschäftigt, begegnet man dem staunens= und bewunderungswerten Phänomen, daß in Florenz geistige Entscheidungen getroffen wur= den, deren Wirkungen Jahrhunderte lang anhielten und die oft von universaler Bedeutung waren. Solch konstitutive Taten vollzieht der Florentiner Geist nicht nur im Bereiche der bildenden Künste — wovon allein die folgenden Seiten berichten —, sondern in fast allen Bezirken der Kultur. Und die Reihe der Florentiner Geistesheroen ist fast unübersehbar; es ist müßig, sie aufzuzählen. Aber man kann einzelne Kennzeichen dieses Wesens in Erinnerung bringen.
Durch den Florentiner Dante Alighieri wird die Volkssprache, das „volgare", vollendetes sprachliches Ausdrucksmittel zunächst für die Dichtkunst und später für die Wissenschaften. Der florentinisch= toskanische Dialekt, klar und präzise, musikalisch, aber nicht ver= schwimmend, konnte als Nationalsprache der Italiener überall ver= standen werden. Und in Florenz ist seit 1582 an der Accademia della Crusca (die Akademie, „die die Spreu vom Weizen trennt") auch der Hort, wo der klassische Wortschatz dieser Sprache im Wörterbuch der Crusca kodifiziert wird. Die Sprache in ihrer reinsten Form wird hier lebendig erhalten.
Eine Florentiner Universität, 1348 im Jahr des Schwarzen Todes gegründet, hat immer nur eine bescheidene Bedeutung gehabt; eine Wissenschaftsorganisation und ein Spezialistentum, wie wir ihm etwa in Bologna begegnen, lag dem Florentiner nie recht, und Michelangelo spottete nur über jene Versuche, als es Mode geworden war, über das Wesen und die Vorzüge der bildenden Künste zu theoretisieren. Dafür gab es immer wieder Einrichtungen ausgespro= eben lehrhaften und moralisierenden Charakters, wie etwa im 14. Jahrhundert schon die „Lectura Dantis", den Vortrag der „Divina