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Der unmittelbare Zauber der Stadt Florenz verfehlt seine Wirkung auf den Besucher nie, doch wer ein tieferes Verstándnis dieser Reize anstrebt, kommt ohne Grundkenntnisse über ihre geschichtliche und kulturelle Entwicklung nicht aus. Dr. Luciano Bertis hervorragender Abriss der Geschichte von Florenz - zu dem ich hier die Einfíihrung zu schreiben die Éhre habe - vermittelt dem Leser in gedrángter Form das Wissen, das ihm Wesen und Geist dieses Ortes zu erschliessen vermag. Denken wir an Florenz' bewegte Vergangenheit, die Zerstörung...
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Der unmittelbare Zauber der Stadt Florenz verfehlt seine Wirkung auf den Besucher nie, doch wer ein tieferes Verstándnis dieser Reize anstrebt, kommt ohne Grundkenntnisse über ihre geschichtliche und kulturelle Entwicklung nicht aus. Dr. Luciano Bertis hervorragender Abriss der Geschichte von Florenz - zu dem ich hier die Einfíihrung zu schreiben die Éhre habe - vermittelt dem Leser in gedrángter Form das Wissen, das ihm Wesen und Geist dieses Ortes zu erschliessen vermag. Denken wir an Florenz' bewegte Vergangenheit, die Zerstörung seiner einhundertundfünfzig Geschlechtertürme im 13. Jahrhundert und die inneren Kámpfe, die die Stadt immer wieder zerfleischten, so möchte es schier ein Wunder scheinen, dass so viel von ihrer Schönheit die Zeit überdauert hat. Im Jahre 1944 fielen die Brücken der Stadt einer sinnlosen Sprengung durch die deutschen Truppén im Rückzug zum Opfer; lediglich der Ponté Vecchio wurde verschont und statt seiner die anliegenden Háuser in Trümmer gelegt. Die elegante Brücke von Santa Trinita wollte man anfangs durch eine modeme Konstruktion ersetzen, doch glücklicherweise siegte der gute Geschmack der Florentiner und vereitelte das spiessbürgerliche Vorhaben. Der originaltreue Wiederaufbau des Meisterwerks Ammannatis unter Verwendung aller Teile, die geborgen werden konnten, ist eine Leistung, die Anerkennung verdient. Es heisst, die Überschwemmung, die die Stadt im Herbst 1966 heimsuchte, habe grössere Verwüstungen angerichtet als der letzte Weltkrieg. Die schlimmsten Scháden erlitten Gemálde, Skulpturen, Bibliotheken und Möbel, doch dank der sprichwörtlichen Unerschütterlichkeit und Záhigkeit der Florentiner und dank tatkráftiger Hilfe aus dem Ausland, welches auch Fachkráfte an den Unglücksort entsandte, konnte ein verháltnismássig grosser Teil der betroffenen Kunstschátze gerettet werden. Neue Verfahren zu ihrer Restaurierung und Konservierung wurden erprobt und weiterentwickelt und alles Menschenmögliche getan, um die Spuren des verhángnisvollen Tages auszulöschen. In seinem lángst dem Vergessen anheimgefallenen Gedicht "Italien" - 1830 wurden innerhalb eines Jahres fast viertausend Exemplare des Erstdrucks verkauft - widmete Sámuel Rogers Florenz begeisterte Zeilen, die Augustus Hare in seinen ebenfalls vergessenen Florenz-Führer aufnahm. Sie sprechen auch uns Heutigen noch aus dem Herzen: "Von all den schönen Stádten der Weit ist keine so schön wie Florenz. Ein herrlicher, funkelnder Edelstein: ein Lichtstrahl, der Dunkel durchbrach. Wohin der Blick sich auch wendet, ist Zauber. - Vergangenes im Wettstreit mit Gegenwart, doch der Siegespreis beiden gebührt." Ja, eben diese Vergangenheit, die sich vom Heute nicht verdrangen lásst, sondern in ihm lebendig bleibt, ist es, die den empfánglichen FlorenzBesucher - was immer auch der Grund seiner Reise sei - in ihren Bann schlágt. Ist er der Geschichte überdrüssig - sie tritt ihm nicht alléin in Baudenkmálern, Kirchen und Museen gegenüber, sondern auch in den engen Gassen und auf den Piátzen der Stadt - so mag er sich in das lautstarke, gescháftige Alltagstreiben stürzen. Nach den Gemáldesammlungen der UfFizien und des Pitti-Palastes sind auch die Laden von Gucci, Pucci und Ferragamo einen Besuch wert. Nicht nur in der geistigen Spháre behauptet sich die Vergangenheit im heutigen Leben, auch körperlich bleibt sie greifbar. Wie oft blickt man auf der Strasse in Gesichter jeden Alters, die den Fresken Ghirlandaios aus dem 15. Jahrhundert entstiegen sein könnten. Und lernt man diese Menschen náher kennen, so stellt man fest, dass sie auch in der Weltanschauung ihren Vorfahren treu geblieben sind. Im allgemeinen sind sie ausgesprochene Individualisten, genügsam und besonnen, aller Gleichschaltung und Vermassung abgeneigte und áusserst kritisch eingestellte Leute, die weder scheinheiliges Schöntun noch überschwengliche Gefiihlsaus-

Termékadatok

Cím: Florenz [antikvár]
Szerző: Luciano Berti
Kiadó: Saverio Becocci
Kötés: Varrott papírkötés
Méret: 210 mm x 280 mm
Luciano Berti művei
Bolti készlet  
Vélemény:
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