Bővebb ismertető
DIE STADT AM MAINO.'bschon Frankfurt sein inneres Gehäuse verloren hat, als ein halbjahrtausendaltes Baugut in zwanzig Minuten zusammenstürzte und in Flammen unwiederbringlich wegstob: Frankfurt wurde audi damals nidit von den Grundkräften seiner geographisdien Lage abgesdmitten.Die erste Regung neuen Daseinsmutes richtete denn audi die Brüdcen auf. Immer nodi läßt sidi vom Sadisenhäuser Ufer mit einem Blidc das seltene, nirgends in Deutschland so wahrzunehmende, lebendige und dodi eigentlich ruhevolle Schauspiel umfassen, worin eine große Stadt, unmittelbar einem Fluß versdiwistert, sich dessen sanftem aber entschiedenem Bogenlauf anschmiegt. Wahrlich, wie kaum eine andere hat diese Stadt Gesicht. Es bleibt der Sonne zugewandt und spiegelt sich im Main. Die Spiegelimg von Menschenwerk und Naturgebild am schönsten im Dom imd in der Maininsel gipfehid läßt den Brandrauch vergessen, der sie in einer bangen Nacht für immer verschlungen zu haben schien. Die Spiegelung dauert fort und lenkt die Gedanken auf das Beständige im Wechsel. Der Fluß nimmt Teil an der Stadt, er gleitet nach seinem eigenen süßen Willen" als der sie erzeugende, sie bestimmende Lebenszug leise vorüber und gemahnt daran, daß Städte in der Landschaft und frei unter dem Himmel liegen. Daher, daß es ein Gesicht hat und sich mit dem Flxiß vereint darstellt, erweckt Frankfurt, so schicksalsreich und rührend im Spiegel des Mains, ein Gefühl von Zutraulichkeit, erweckt unser geheimesEinverständtüs, als hätten wir einen lieben Menschen vor xms.*Von der alten Mainlände, vom Saalhof, wandert man nach Norden unmerklich aufwärts, schließlich dem Taunus zu, und gemächlichen Schrittes gelangt man in drei Stunden an den Fuß des Gebirges. Vom Südufer hingegen führt es steiler den Sachsenhäuser Berg hinan. Dort oben öffnet sich der Blick auf Frankfurt in semer Landsdiaft: die Stadt liegt in einer Senke. Man sieht sie auch heute gar nicht anders, als Konrad Faber sie 1545 in Holz geschnitten hat. Auch heute noch ist Frankfurt als ein Ganzes zu erfassen. Vom Domturm erschließt sich die Einsidit in die gewordene Stadt". Die Furt" wird begriffen, die wohl zwischen der Westspitze der Maininsel und dem Saalhof verlaufen konnte. Aus dem Südnord-Übergang die alte Mainbrücke stammte aus dem 12. Jahrhundert entwickelte sich der Kreuzpunkt wichtiger abendländischer Verkehrsstraßen, von der Donau nach den Niederlanden, von Böhmen nach Frankreich, im Kreuzpimkt wuchs die Stadt der Messen imd des Handels. lahrhunderte später verlegte der Erbgenerjil-postmeister des Heiligen Römischen Reiches, Fürst von Thurn und Taxis, die Generaldirektion der Kaiserlichen Post von Brüssel nach Frankfurt (1724). Wieder anderthalb lahrhundert später besaß Frankfurt den wichtigsten Bahnhof, in dem die Nord-Süd- und Ost-West-Strecken zusammentreffen. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte Frankfurt den ersten Flughafen für Luftschiffe, von Frankfurt ging die erste Autobahn aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand im Rhein-Main-Flughafen der Hauptlandeplatz des Kontinents für die Reisenden aus den Vereinigten Staaten. Heute ragt über dem Rest des alten Thurn- und Taxis-Palais eines der höchsten Bauwerke der Stadt: eine Zentralstation für das europäische Fernmeldewerk. Bis zu ihm hinauf war es ein weiter Weg von jener Furt, er hatte Beharrlichkeit verlangt, Umsicht und den festen Willen zur Weltoffenheit.Vielleicht gehört es zu dieser Gesimumg, daß noch jede der chei Frankfurter Stadtmauern zunächst Raum für spätere Ausdehnung freigelassen hat. Die örtlichkeit erhielt ihren Wert durch den Flußübergang, möglicherweise sd\on in der Frühzeit. Doch war Frankfurt keine römische Stadt, etwa wie Köln, obwohl westlidi des Doms Spuren einer Villa aus dem ersten nachchristlichen lahrhimdert ermittelt sind. Eben dort erhob sich als Kern der Siedlung eine Pfalz; Karl der Große hat in ihr 794 die Bischöfe des ganzen Frankenreichs versammelt. Die Pfalz erstreckte sich vom Dom bis zum Römerberg, also auf der flachen Erhöhung zwischen dem Main und einem längst übermauerten Nebenflüßchen, dem Braubach. Als man