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Land und Leute Bei dem Wort Frankreich kommt uns meist eine Füllé verlockender, nicht selten recht gegensátzlicher Vorstellungen in den Sinn: die malerische, an natürlichen Schönheiten überreiche Landschaft, eine groBe Anzahl künstlerischer Denkmáler und das jahrhundertlange Zentrum der europáischen Bildung und Kultur. Frankreich, ein máchtiger, selbstbewuBter Staat, dessen Geschichte von bedeutenden und weniger bedeutenden Herrschern geschrieben wurde, von der Ruhmsucht der Eroberer - und nicht zuletzt von der geduldigen,...
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Land und Leute Bei dem Wort Frankreich kommt uns meist eine Füllé verlockender, nicht selten recht gegensátzlicher Vorstellungen in den Sinn: die malerische, an natürlichen Schönheiten überreiche Landschaft, eine groBe Anzahl künstlerischer Denkmáler und das jahrhundertlange Zentrum der europáischen Bildung und Kultur. Frankreich, ein máchtiger, selbstbewuBter Staat, dessen Geschichte von bedeutenden und weniger bedeutenden Herrschern geschrieben wurde, von der Ruhmsucht der Eroberer - und nicht zuletzt von der geduldigen, untertánigen Arbeit eines begabten Volkes, das die Revolution propagierte, deren Ideen sich von Frankreich ausgehend, wie eine Feuersbrunst in ganz Európa ausbreiteten. Und nicht minder wurde diese Geschichte durch die Entdeckungen der Wissenschaftler, die Erfindungen der Techniker, die umwálzenden Ideen und Ideale der Philosophen beeinfluBt. Schon alléin bei dem Gedanken an Frankreich vermemen wir das klingende, melodische Französisch zu hören, die Sprache dieses heiteren, witzigen, bisweilen unverschámten, redegewandten Volkes. Vor unseren Augen erscheinen elegante Frauengestalten und charmante Mánner, wird die Erinnerung an die kulinarische Kunst wach, die den Gipfel der Raffiniertheit erreicht und die von edlen Getránken, den Weinen aus Bordeaux oder Burgund, Champagner und Kognak gekrönt wird. Und unwillkürlich denken wir auch an die Kunst der geistvollen, gesellschaftlichen Konversation, der politischen und Liebesintrigen, die über Jahrhunderte an den königlichen und adligen Höfen, in aristokratischen und bürgerlichen Salons gepflegt wurde und die in moderner Form in den Cafés, diesem unabdingbaren Bestandteil des französischen Kolorits, in GroBstádten wie in abgelegenen Landgegenden fortlebt. Es ist dies eigentlich die Kunst zu gefallen, die Kunst, unaufdringlich zu bezaubern und sich auf diplomatische Weise jemanden geneigt zu machen, die Kunst zu leben, die Freuden des Lebens sinnvoll auszukosten, das berühmte savoir-vivre, das mit den Jahren den Beigeschmack des Mondánen und Snobistischen verloren hat. Aus dieser Kunst resultiert eine tief demokratische, in allén sozialen Schichten verbreitete und mit Vorliebe gepflegte Fáhigkeit, die angenehmen Seiten des Lebens, die kleinen Freuden, die der Alltag bereithált, zu genieBen. Genau das macht - oder machte in der Vergangenheit - das echte Frankreich aus, genauer gesagt, gerade deswegen bewahrt es bis heute den aufregenden Reiz, deshalb strömen Besuchermassen aus aller Welt in dieses Land, das zwischen den Pyrenáen und Alpen, dem Schweizer Juragebirge, dem deutschen Rheinland und dem belgischen Flandern liegt und vom Ármelkanal, dem Atlantik, der Nordsee und dem Mittelmeer umspült wird. Unter den Besuchern sind Wissenschaftler und Künstler, Studenten und Gescháftsleute, Fachexperten aus den verschiedensten Bereichen und einfache Touristen, die mit den unterschiedlichsten Interessen, Ansprüchen und Zielen hierher kommen und ausnahmslos eines vorfinden: ein Land, das Geist und Sinne belebt, ein atemberaubendes, buntes Mosaik aus natürlichen Schönheiten und historischen Sehenswürdigkeiten, Sitten und Gewohnheiten, Ansichten und Überzeugungen, ein Land, das trotz aller Vielfalt und Andersartigkeit ein ausgewogenes harmonisches Ganzes bildet. So kann man hinter den unterschiedlichen Temperamenten der Bewohner der altén historischen Gebiete von Artois und der Picardie über Périgord bis nach Roussillon, von Vendée oder der Gascogne bis nach Savoie und Franche-Comté - und dabei rechnen wir weder die nationalen Minderheiten der Elsásser und Lothringer, Basken, Bretonen, Katalanen, Fiamén oder Korsonen, noch die standig wachsende Zahl der Einwanderer aus Európa und insbesondere aus den ehemaligen französischen Kolonien hinzu - das Wesen beziehungsweise die innere Einheit des französischen nationalen Charakters und seiner Mentalitát erkennen. Auf den ersten Blick zeichnet sie sich aus durch rasche Auffassungsgabe und Schlagfertigkeit, geistige Regheit oder Esprit, aber auch durch einen gewissen Leichtsinn, Frivolitát und kokette Eitelkeit, durch kritisches Urteilsvermögen, einen Sinn für MaB und Ordnung, rednerischen Eifer, eine Leidenschaft für logische Beweisführung und klare und genaue verbale Formulierung der Probleme. Die Franzosen selbst haltén sich dabei meist für die Tráger oder Retter - je nach individuellem Charakter - der Zivilisation und Kultur in Európa, wenn nicht sogar in der Welt, für die rechtmáBigen Érben humanistischer Traditionen und die höchsten Vertreter des bon goüt, des ausgefeilten Geschmacks in der Bekleidung oder in der Umweltgestaltung und des bon ion im gesellschaftlichen Umgang. Ein heiBes Herz, aber ein kühler Kopf, könnte man von diesen unermüdlichen Diskuteuren" sagen, die ein geselliges Plauderstündchen bei einem Gláschen im Café oder am gedeckten Tisch, zu Hause oder in einem gemütlichen Restaurant lieben, die das spectacle, das Theater, verehren, an dem sie als Schauspieler oder Zuschauer teilnehmen, sei es die Bühne oder der Zuschauerraum des Abgeordnetenhauses, der Marktplatz, die lebhaften Boulevards, der Hafen, die Pariser Metró oder der Dorfplatz mit der unvermeidlichen Gaféterrasse: den gröBten Beifall erntet derjenige, der den Nagel auf den Kopf getroffen 5

Termékadatok

Cím: Frankreich [antikvár]
Szerző: Mária Flochová Michaela Jurovská
Kiadó: Gondrom
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
ISBN: 3811204750
Méret: 230 mm x 320 mm
Mária Flochová művei
Michaela Jurovská művei
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