Bővebb ismertető
Charakteristische Erkennungszeichen und Wesenszüge unserer Stadt in einer Bildsprache darzustellen, die ganz vom zeichnerischen Element bestimmt ist, bedeutet für das Literaturregister über Freiburg einen bemerkenswerten Gewinn. Die Zeichnungen in diesem Buch führen den Betrachter nicht nur an vertraute Stätten, zu bekannten oder verborgenen Blickpunkten und an Plätze, an denen Altes sich mit Neuem verbindet; sie vermitteln ihm oft genug auch Einblik-ke und Einsichten, vor denen eine Form, ein Gebilde, eine Gestaltung sich von innen her zu erkennen gibt. Zeichnungen wie die hier gesammelten, die ihre Anschaulichkeit, ihren Gehalt durch die Intensität der Beobachtung und der Einfühlung desjenigen erreichen, der sich in sein Motiv, in seinen Gegenstand gleichsam hineinzeichnet, schärfen den Blick des Beschauers, der, nachdenklicher nun und sensibler erfassend, über die sichtbare Vertrautheit der Erscheinungen hinaus die Essenz ihrer Inhalte wahrzunehmen vermag. In einer Zeit, in der das photographische Bild dominiert, auch in der Freiburg-Literatur, macht dieses Buch die Unterschiedlichkeiten um so augenfälliger: Die Zeichnung, auf ein bestimmtes Motiv konzentriert, darf nicht nur, sie muß sogar weglassen, beispielsweise, um das Eigentliche, die Einmaligkeit einer Form, einer Erscheinung einzugrenzen und damit hervorzuheben. Daher die Einprägsamkeit ihres Ausdrucks. Der Zeichner mag sich getrost eine Mauer wegdenken, sie vielleicht noch andeuten, um in einer zusammenfassenden Komposition eine völlig überraschende, dabei authentische Perspektive zu öffnen. Gewiß vermag der Photograph durch optimale Beleuchtung, durch den gemäßen Ausschnitt die Eindringlichkeit der Aufnahme zu vertiefen. Indessen spricht man nicht zufällig von dem Objektiv der Kamera, das er braucht, um das Motiv, das er anvisiert, aufzunehmen. Was für die Zeichnung subjektiv ins Auge gefaßt und fixiert worden ist, überträgt die ausführende Hand unmittelbar; die Zeit, die sie dafür verwendet, macht das Bild um soviel dichter und lebensvoller.Eingehende, beharrliche Vorarbeiten, Studien und Entwürfe sind dem nun geordneten Werk vorausgegangen. Davon erzählen die einigen der Reinzeich-nungen beigefügten Originalskizzen, die als Vorlage für die endgültige Fassung dienten. In Jahren und Jahrzehnten wanderte der Skizzenblock durch die Gassen, Plätze und Winkel der Heimatstadt, an Brunnen, an dem figürlichen Schmuck der Fassaden, an den Marktfrauen und an Stadtbildern vorbei, die es heute nicht mehr gibt; vor allem aber auf das Münster, das dem Jungen, an der Hand des Turm Wächters, zum Schlüsselerlebnis wurde, im Angesicht der Heiligen und Propheten, der Könige, der Engel und der Dämonen. Mit der Bildsprache dieses Buches, in dem die Hand mit Bleistift und Kohle, mit Tusche und Feder aufgezeichnet hat, was die Augen wahrgenommen haben, wird den Bürgern wie den Besuchern unserer Stadt ein anregender, instruktiver Band in die Hand gegeben.Dr. Eugen Keidel Oberbürgermeister