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Schillers Lebensreise führte nicht über die Grenzen des ein Jahr nach seinem Todezusammenstürzenden Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation hinaus. DerDichter des Teil" hat die Schweiz niemals betreten. Er bewegte sich zeit seinesLebens fast ausschließlich im süd- und mitteldeutschen Raum. (Nur im Jahre 1804folgte er einer Einladung nach Berlin.) Dennoch käme eine stattliche Reihe vonNamen zusammen, wenn wir alle Stätten seines so kurz bemessenen Lebens undWirkens aufzählen wollten.Bei einer Bilderfolge wie der hier...
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Schillers Lebensreise führte nicht über die Grenzen des ein Jahr nach seinem Todezusammenstürzenden Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation hinaus. DerDichter des Teil" hat die Schweiz niemals betreten. Er bewegte sich zeit seinesLebens fast ausschließlich im süd- und mitteldeutschen Raum. (Nur im Jahre 1804folgte er einer Einladung nach Berlin.) Dennoch käme eine stattliche Reihe vonNamen zusammen, wenn wir alle Stätten seines so kurz bemessenen Lebens undWirkens aufzählen wollten.Bei einer Bilderfolge wie der hier zusammengestellten ist man versucht, im Weiter-blättern von Seite zu Seite den Szenenwechsel einer Zeitspanne von viereinhalbJahrzehnten auf wenige Augenblicke zusammenzudrängen. Solche zeitraffende Uber-schau, wie wenig ergiebig sie sonst auch sein mag, würde etwas von der auffälligenHäufigkeit der Ortsveränderung im Dasein des Dichters nacherlebbar machen. Diestarre Zahlenkolumne seiner Lebensdaten würde gleichsam zu einem dramatischenGeschehensablauf von beunruhigendem Tempo.Es genügt ganz offenbar nicht, den immerwährenden Aufbruch in Schillers Lebenmit der eigentümlichen Ruhelosigkeit eines ungewöhnlich schöpferischen Menschenerklären zu wollen. Man muß schon den dunklen Hintergrund, die mißlichen poli-tischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, die deutsche Misere des 18. Jahrhun-derts hinzunehmen und hieraus die wesentlichen Ursachen ableiten. Ungesichertheitder Lebens- und Schaffensbedingungen, physische Gefährdung, drohender Verlustder Freiheit lasten wechselweise auf dem Umgetriebenen und drängen zu einanderüberstürzenden Gegenaktionen, unter denen die reguläre Flucht nicht fehlt. Schonder Unmündige erfährt schicksalhaft die Abhängigkeit der bürgerlichen Menschenvon den feudalen Mächten. Die Jahre des Siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763)bringen Sorge, Unruhe und Trennung über die Schillersche Familie. Erst 1764 kannin Lorch wieder ein gemeinsamer Haushalt geführt werden. 1766 gehen die glück-licheren Lorcher Jahre schon zu Ende, es folgen Schillers Schülerjahre auf derLateinschule, nun wieder in Ludwigsburg, wohin der Vater inzwischen versetztworden war. Den Dreizehnjährigen zwingt des Herzogs Wunsch auf die beim Lust-schloß Solitude nahe Stuttgart errichtete Militärschule; zwei Jahre später wird siein ein neues Akademiegebäude nach Stuttgart verlegt. Der Abschluß der medi-zinischen Studien im Dezember 1780 bringt vorerst für den RegimentsmedikusSchiller in Stuttgart die ersehnte Befreiung aus freudloser Einförmigkeit und täg-lichem Drill. Mit der Aufführung der Räuber" im Januar 1782 beginnt aber dieentscheidende Phase des folgenschweren Konfliktes mit dem Landesherrn. Der

Termékadatok

Cím: Friedrich Schiller [antikvár]
Szerző: Gerhard Femmel
Kiadó: Nationale Forschungs- Und Gedenkstätten der Klassischen Deutschen Literatur
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 160 mm x 210 mm
Gerhard Femmel művei
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