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orwort
Vor einer Reihe von Jahren wurde ich zur Mitarbeit an einem Werke aufgefordert, das eine vollständige Sammlung aller Zeugnisse zu Goethes Leben und Wirken in Thüringen darstellen sollte. Ein wissenschaftliches Werk sollte es sein, ein Handbuch, ähnlich dem berühmten Sammelwerk von Hans Gerhard Gräf »Goethe über seine Dichtungen«. Der Gedanke, die hundertfältigen Beziehungen, die sich in einem Zeitraum von 56 Jahren zwischen Goethe und seiner Schicksalsheimat ergeben haben, aus seinen Werken, naturwissenschaftlichen Schriften, Briefen, Tagebüchern, Gesprächen und besonders aus seinen amtlichen Schriften herauszuziehen und damit greifbar, sichtbar zu machen, begeisterte mich, der ich mich als UrThüringer fühlen darf. Vor meinem geistigen Auge stand ein herrlicher Baum, der nicht nur mit starken Hauptwurzeln, sondern mit einem ganzen Geflccht von Nebenwurzeln und Fäserchen sich in dem Boden, in den er verpflanzt worden ist, verankert und Nahrung aus ihm zieht. Der Plan dieses Sammelwerkes ist jedoch nicht verwirklicht worden.
Als nun vor einiger Zeit Karl Dietz mich fragte, ob ich für ein breites Leserpublikum ein Buch über die Stätten von Goethes Leben und Wirken in Thüringen schreiben möchte, sagte ich freudig zu, weil ich diese Stätten seit meiner Kindheit liebe und weil ich meine, daß die Kenntnis von Goethes Beziehungen zu ihnen manchen Aufschluß über die zeitbedingte, gesellschaftliche Entfaltung seiner Persönlichkeit gibt. Ich hatte sofort das Gefühl, daß der Gewinn, der aus dem nicht zustandegekommenen Sammelwerk hervorgehen sollte, sich in ein anregendes Lesebuch einschmelzen lasse. Das Sammelwerk übrigens hätte man erst nach schätzungsweise zehn Jahren abschließen können, nämlich erst dann, wenn die Sammlung von Goethes amtlichen Schriften abgeschlossen sein wird.^ Für ein volks-