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BESINNUNGEN UND BETRACHTUNGEN VOR ODER NACH DEM BESUCHGroße Teile des Faustdramas, die beiden Wilhelm-Mei-ster-Romane, die Wahlverwandtschaften, der West-östliche Divan und eine kaum aufzuzählende Fülle anderer lyrischer, epischer und dramatischer Werke, sodann die Autobiographien Dichtung und Wahrheit, Italienische Reise, Kampagne in Frankreich und neben der mehrbändigen Farbenlehre Aufsätze zu vielen naturwissenschaftlichen Gebieten, schließlich auch Bücher und Schriften zur Kunst sind in diesem Hause entstanden. Schon darum sieht es die Menschheit an als eine casa santa". Aber die von einem so weitgespannten und weltbedeutenden Schaffen geprägte Weihe" ist es nicht allein! Neben die Werte der Erinnerung, die Wünsche und Gefühle dr Würdigung treten unmittelbar noch heute wirkende dynamische Kräfte, die von dem Haus selbst und seinen Gegenständen ausgehen. Mit geringen Unterbrechungen von 1782 bis 1832, fast fünfzig Jahre lang, hat der Dichter, Staatsmann, Kulturpolitiker, Forscher und Philosoph Johann Wolfgang Goethe hier gewohnt, in den vielen Räumen umgeben von allerlei bemerkenswertem Gerät, von Bedarfs- und Wohninventar und von großen Teilen seiner bedeutenden Sammlungen. Jedoch eben nicht die Quantität der Dinge, sondern die enge Verbindung, die sie zu ihm hatten oder die er mit ihnen einging, ist das Entscheidende, das bald seine Wirkung auf den Betrachter ausübt und ihn in seinen Bann zieht. Denn auch Goethes Wohnbereich ist eine gestaltete" Leistung und darf insofern als eine Art Spiegel bezeichnet werden, der wesentliche Züge des einst hier Wirkenden und Schaffenden auf immer festhält, um sie dem Betrachter - wenn er sich aufgeschlossen genug verhält - zu offenbaren. Goethe hat auf diese enge und bis ins einzelne gehende Verbindung zu den ihn hier um-