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Garam Éva - Gold der Awaren [antikvár]

Gold der Awaren [antikvár]

Garam Éva, Kovács Tibor, Vida Tivadar

Helikon-Magyar Nemzeti Múzeum , Megjelenés: 2002. január 01.
 
!i,r l'í;, 'illi !-,1 I, . i! r^wT-GrußwortEin großes, großes Schicksal, Crund und Ziel liegt hier, Eine große, große, uralte Erkenntnis, Die kleine Völker lehrt.(Endre Ady)Der Autobus biegt ein letztes Mal bei der Ankunft am Brückenkopf ein: Boráros tér, Endstation! Der Strom wälzt sich durch die Untei-fuhrung, und wer eiligen Schrittes geht, bemerkt vielleicht nicht einmal - ist er doch den Anbhck längst gewohnt daß sein Weg an einem seltsamen Gebilde vorbeifuhrt. Ein großes Gefäß, die ins Riesige vergrößerte Kopie eines...
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!i,r l'í;, 'illi !-,1 I, . i! r^wT-GrußwortEin großes, großes Schicksal, Crund und Ziel liegt hier, Eine große, große, uralte Erkenntnis, Die kleine Völker lehrt.(Endre Ady)Der Autobus biegt ein letztes Mal bei der Ankunft am Brückenkopf ein: Boráros tér, Endstation! Der Strom wälzt sich durch die Untei-fuhrung, und wer eiligen Schrittes geht, bemerkt vielleicht nicht einmal - ist er doch den Anbhck längst gewohnt daß sein Weg an einem seltsamen Gebilde vorbeifuhrt. Ein großes Gefäß, die ins Riesige vergrößerte Kopie eines Schöpfbechers mit Stierkopf, bewacht den Platz wie eine eigenartige Totemsäule. Täglich treiben Tausende und Abertausende daran vorbei im modernen Getriebe, das selten Zeit zum Stehenbleiben, zum Nachdenken oder auch nur zum Träumen läßt - etwa darüber, zu welchem Zweck wohl dieses von nomadischer Wildheit und reifer Verfeinerung zugleich zeugende sonderbare Trinkgefäß zum Denkmal gestaltet wurde.Doch gibt es natürHch auch eine andere Begegnung mit der geliebten Chimäre: eine bewoißtere, vertrautere. Zu dieser wallfahren wir nach Wien, ins Kunsthistorische Museum. Dort, den sarkastischen Brueghel und den geheimnisvollen Vermeer, die Schätze Italiens aus der Renaissance und des anriken Ägyptens hinter uns lassend, bleiben wir vor einem glasgeschützten Winkel stehen, um im Sinnen über die Gefäßzierfiguren des Goldschmiedes einer versunkenen Zeit unsere verlorene Mythologie von neuem zu träumen.Ein fürstliches Tafelservice. Streitbare Greifen, Vierfüßer mit Menschen-anthtz, gnadenloser, siegreicher Reiter, flammenhaariger Schütze, Stier mit Löwenkörper, Jagd, Entführung in den Himmel. Bilder und Motive aus jener Welt, als der Mensch noch in alltäglicher Beziehung zum Uber-nacürhchen stand, als sich die Grenzen zwischen Mythos und erlebter Wirklichkeit verwischten.23 Gefäße aus gediegenem Gold: ein unvergleichlicher Schatz, den vor 203 Jahren die Erde von Nagyszentmiklós wieder freigab, nach vielhundertjähriger Ruhe in der Verborgenheit. Um so eihger und abenteuerlicher führte sein Weg vom Gut eines Banater Weinbauern durch die Hände naiver oder gewinngieriger Händler zu einem verantwortungsvollen Beamten, der die Sammlung aufkaufte und in Sicherheit brachte. Er hieß János Boráros und war Richter der Stadt Pest. Auf dem nach ihm benannten Platz erinnert die Kopie des Schöpfbechers an diese Fundrettung.Manchmal ist unvergleichlich" keine Übertreibung, kein überschweng-hches, unüberlegtes Attribut. Eine Verschwörung des Zeitlosigkeit ausstrahlenden Metalls mit der vergänglichen menschlichen Hand für die Schönheit, die Vollkommenheit und den ewigen Wert. Doch ist der Schatz wirklich unvergleichlich, dann bedeutet das Wort auch, daß wir nichts Sicheres übersein Schicksal erfahren können. Dabei würden wir neugierig nach seinem Schöpfer, seinem Benutzer, nach den Generarionen seiner Eigentümer suchen, vor allem aber nach diesem einen, der ihn irgendwann - vermutlich vor historischen Stürmen - sorgfältig in der Erde verbarg, aber ihn auszugraben keine Gelegenheit mehr hatte.Wenn wir jene Welt erahnen wollen, können wir uns ihr auf zweierlei Weise nähern: wissenschafdich und empfindungsmäßig. Die Suche nach Gewißheit - wenn es denn aus derartiger Zeitdistanz Gewißheit geben kann - ist zu allen Zeiten die Aufgabe der Wissenschafi:. Sie versieht sie auch heute mit großer Berufung und anspruchsvoller Genauigkeit, unter Anwendung sich ständig erneuernder Techniken und Argument mit Argument konfi-onrierend. Uns, den späten Betrachtern, bleibt vor allem das Erlebnis der Schönheit - und die unverfälschliche gefühlsmäßige Bindung zu diesem Schatz, die in den zwei Jahrhunderten nach der Auffindung im Zeichen der nationalen Erneuerung entstanden ist: durch die Anschauung über die Vergangenheit eines János Arany, Arnold Ipolyi, Bertalan Székely und nach ihnen so vieler anderer ungarischer Künsder.Das Gold von Nagyszentmiklós ist jetzt wieder auf ungarischem Boden. Vier Generarionen, 118 Jahre, sind vergangen, seit es zuletzt in Budapest weilte. Jetzt können wir es wieder hier sehen, fast können wir es berühren. Hier im auf Initiative von Ferenc Széchényi geschaffenen 200jährigen Museum der Nation, das - vielleicht gerade im Gedanken an das Schicksal dieses Schatzes - errichtet wurde, damit es auch in unserem Vaterland ein würdiges Heim zur Bewahrung unseres historischen, archäologischen und Kunsterbes geben möge.Ein großer Teil der Fragen an den Schatz sind auch heute nicht zu beantworten. Es gibt Geheimnisse, die vieUeicht auf evrig Geheimnis bleiben. Umsonst finden sich es drei verschiedenartige Inschriften auf den Gefäßen: mit griechischen und Kerbschriftzeichen, in griechischer, türkischer und einer unbekannten Sprache. Aber wie das wunderbare Goldservice nicht in erster Linie materiellen Wert hat, so hat es auch nicht nur archäologischen, sondern einen lebendigen künstlerischen Wert. Es ist selbständig, einzigartig und einzig, Für uns ist es ein Teil unseres Bewojßtseins, des Bildes von uns selbst und der Welt, die auf uns wirkt. Denn wir spüren, daß sich in ihm einegroße, große, uralte Erkenntnis" verbirgt.Minister Zoltán Rockenbauer Ministerium ßir Nationales Kulturerbe

Termékadatok

Cím: Gold der Awaren [antikvár]
Szerző: Garam Éva , Kovács Tibor Vida Tivadar
Kiadó: Helikon-Magyar Nemzeti Múzeum
Megjelenés: 2002. január 01.
Kötés: Varrott papírkötés
ISBN: 9632087879
Méret: 240 mm x 280 mm
Garam Éva művei
Kovács Tibor művei
Vida Tivadar művei
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