Bővebb ismertető
BÖHMISCHE TAFELMALEREI 1350—1450
DIE BLÜTEZEIT DER BÖHMISCHEN TAFELMALEREI fäUt in die Periode der beiden Luxemburger, die einander auf dem böhmischen Königsthron ebenso wie auf dem Stuhl der römisch-deutschen Kaiser und Könige Karls IV. und Wenzels IV. nachfolgten. Diese Periode war die Glanzepoche des Königreiches Böhmen, das damals durch eine fremde Dynastie das erreichte, wonach die letzten Pfemysliden vergeblich gestrebt hatten, nämlich die führende Stellung der Länder der böhmischen Krone im Rahmen des Deutschen Reiches.
Welchen Segen Karls Auftreten dem politischen und kulturellen Leben Böhmens brachte, ist bekannt. Mit deutschem und tschechischem Blut in den Adern, am französischen Hofe erzogen, war Karl selbst das lebende Sinnbild der politischen und kulturellen Synthese, die er sich als Herrscher zum Lebensziel erkoren hatte. Er verbindet persönliche und dynastische Interessen mit großzügiger staatsmännischer Planung, bemüht sich um das Erstarken der Herrscherautorität im Königreich und im Reich, greift tätig in die politischen und kirchlichen Verhältnisse Europas ein, sorgt aber vor allem für die wirtschaftliche, sittliche und kulturelle Hebung des ererbten Königreichs. In seiner Person vereint sich der weitblickende Realpolitiker mit dem hochkultivierten, feingebildeten Gelehrten; eine tiefe, mystisch gefärbte christliche Religiosität findet sich neben dem ersten Lichtschimmer des werdenden Humanismus und Ästhetizismus des Renaissance-Menschen.
In steter Verbindung mit der Kultur des Westens und Südens, sowie mit einer Reihe hervorragender Persönlichkeiten des damahgen Europa sucht er sein Königreich, vor allem aber seine Residenzstadt Prag mit allen nur irgend erreichbaren geistigen und materiellen Mitteln zu heben und zu fördern. Hellhörig für alle die mannigfachen geistigen Strömungen seiner Zeit, weiß er alle jene Kräfte, die zur Erhöhung des böhmischen Lebensniveaus geeignet sind, festzuhalten und auszunützen. Das Streben nach einer Hebung des Bildungsniveaus, das seinen Hauptausdruck in der Gründung der Prager Universität findet, trifft sich hier mit der Bemühung um einen sittlich-religiösen Zusammen-