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LIED AN DIE ALLMUTTERErde, du Mutter aller, du festgegründete, singen Will ich, älteste, dich, du aller Lebenden Amme!Allen, welche das Land betreten, die Wasser bewohnen. Gibst du Nahrung aus deiner Füll, und dem Fittiggeschlechte; Kinderselig und reich an Früchten ist alles, o Hehre, Nur von dir! Dein ists, dem sterblichen Menschen zu geben Und zu rauben das Leben. Ihn, den du mit segnenden Blicken Anschaust, wohl dem Beglückten! ihm mangelt keine der Haben;Seine Felder schwellen mit lebenernährenden Saaten, Mastvieh weidet auf seiner Trift, es starren vom Prunke Seine Häuser; er herrscht in den Städten voll blühender Weiber, Herrscht mit mildem Gesetz! Ihm folgen Segen und Reichtum; Jünglinge jauchzen umher, von junger Freude belebet. Blühende Jungfraun spielen in Reigentänzen und pflücken Freudiges Herzens Blumen der Wiesen, bekränzen das Haar sich. Ach, beglücke sie ferner, du hehre, segnende Göttin!Heil dir, Mutter der Götter, o Weib des sternebesäten Himmels! Gib mir zum Lohn des Gesangs ein ruhiges Leben! Dein will ich gedenken und andrer Feiergesänge!ALTIONISCHES GOTTERLIED (zwischen 800 und 600 v.Chr.)Übertragung aus dem Griechischen von Christian Graf zu Stoiberg