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Älteste Gesamtansicht Halles, gezeichnet um 1580 von Johannes Mellinger (später auf den Stand von 1615 gebracht)HALLE IM URTEIL DER DEUTSCHENEs gibt nicht viele Städte in Deutschland, die ein so widerspruchsvolles Urteil geweckt haben, im Munde ihrer Bewohner nicht weniger als in dem der anderswo Beheimateten, wie die Stadt Halle. Allerdings läßt sich dieser Widerspruch nicht eben weit in die Vergangenheit zurückverfolgen. Da lobt man sie meist, da rühmt der eine dies und der andere jenes an ihr: ihre Bürger, ihre Schulen, ihre Landschaft, die Fruchtbarkeit der Umgegend, selbst die Art des Himmels" und das gar schöne Teutsch", das man da rede - und je weiter wir in der Zeiten Ferne blicken, um so mehr steigert sich in Reisebeschreibungen, Lebenserinnerungen, in Topo- und Kosmographien solche Anerkennung bis zum Preislied des Johannes Tuberinus, eines Zeitgenossen und Lobredners des Renaissancekardinals Albrecht, dem es die Lage der Stadt am Saalstrom sowie ihre herrlichen weltlichen und geistlichen Bauwerke angetan hatten.Nun darf man aber von all diesem Überschwang und Übersang getrost die Vorsilben abstreichen; und doch bleiben der Schwung der Begeisterung und der oft in anmutigste Form gegossene Sang. Der Romantiker EichendorfT, der auf seinen Beamten- und Poetenwegen das Vaterland gut kennenlernte, der in Dichtung und Gedanken zu Heidelbergs Landschaft oft zurückkehrte, bekannte als alternder Mann nach seinem letzten Besuche seiner anderen Studentenstadt Halle aus gewiß kühler gewordenem Herzen:Und seitdem in allen Landensah ich nimmer die Welt so schön.5