Bővebb ismertető
?itftc^i kt §mm m^ ^man IWDie Idylle, die wir aus dem bekannten Hammer Stadtbild Me-rians kennen, existiert längst nicht mehr. In vielen Kriegen, durch Feuersbrünste und kurzsichtige Verordnungen wurde sie vernichtet. Was uns der berühmte Kupferstecher aus Basel hinterlassen hat, ist nur noch die Kulisse der Vergangenheit. Und doch hat Hamm bis in den Bombenhagel des letzten Krieges hinein manche romantische Winkel und schöne Stadtansichten bewahren können (2-4). Hamm war immer schon der intensivste schwarze Punkt auf der westfälischen Landkarte. Um 1930 existierten Stadtprospekte und Ansichtskarten, auf denen es als Herz des Westfalenlandes bezeichnet wurde. Jede Landkarte macht es deuthch: wie die Adern zum menschlichen Herzen, führen alle bedeutenden Verkehrswege - Straßenzüge und Bahnlinien - der Roten Erde nach Hamm und durch Hamm. Unser Buch will einen Blick in das Anno dazumal tun, und doch geht es nicht um Vergilbtes und Verschossenes. Als Hamms Frauen noch hohe Stehbörtchen mit beinernen Stäbchen und die Männer Angströhren und Vatermörder trugen, als noch die lange Tabakspfeife, die Schnurrbartbinde, das rotgewürfelte Taschentuch, der Schnupftabak, die Zugstiefel, der Stiefelknecht, das Stehpult, die Bratäpfel auf dem Backblech, die blankgescheuerte Kochmaschine, das Schweineschlachten auf dem hauseigenen Hof, das Möpp-kenbrot und der Panhas - als diese und tausend andere Dinge und die dazugehörigen Menschen, die gewöhnlichen und un-gewöhnlichen, als das alles noch im Anfang dieses Jahrhunderts existierte, war Biedermeiers Erbe noch nicht vertan. Es gab damals in unserer Stadt noch viele Leute, die ihrem Heimatstolz dadurch stabilen Rückhalt verliehen, daß sie H. Johann Kayser ziderten, der Hamm in seinem Clevischen Musenberg folgenden Zweizeiler widmete: Hamm ist der kleine Haag, das Markbein in der Mark; Hamm ist der Musensitz, da sind die Leute stark. Das alte Hamm, das aus den rund 180 Bildern dieses Bandes herausschauen möchte, ging zwar dahin, uns aber blieb die freundliche Erinnerung an das Gestern. Es steht gewissermaßen als Akzent auf dem gesunden Selbstbewußtsein der Hatnmer, die die Vergangenheit ihrer Stadt mit jenem Stolz betrachten, den der Dichter Friedrich Wilhelm Grimme lobte, als er auf dem Weg nach Münster für einen Tag in Hamm Station machte. Er schrieb: Hier leben muntere Leute. Sie tragen den Kopf hoch. Mit vollem Recht tun sie das, sage ich, 'denn sie wissen: Westfalen wäre ohne Hamm nichts. Was in dieser Stadt lebt, versteht zu schaffen und zu feiern. Seit Januar 1975, ein gutes Jahr vor dem 750jährigen Stadtjubiläum, wuchs Hamm durch Zusammenschluß mit Bok-kum-Hövel, Heessen, Pelkum, Herringen, Rhynern, Uentrop mit Braam-Ostwennemar und Werries zu einer Stadt mit mehr als 172 000 Einwohnern. Damit ist das ursprüngliche historische Hamm zum Kern einer bedeutenden Großstadt geworden.