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2GeschichteSeite 3: Innenraum nach OstenHeidelbergKatholische Pfarrkirche St. BonifatiusPatrozinium: Hl. Bonifatius (Festtag am 5. Juni)Stadt: 69115 HeidelbergPfarreiBundesland: Baden-WürttembergSt. Bonifatius Bistum: Freiburg i. Br.GeschichteBis zum Ende des 19. Jh. waren Heidelbergs Katholiken in einer einzigen Pfarrei zusammengefasst. Für die neu entstandenen westlichen Viertel stand lediglich die kleine ehem. Hospitalkirche St. Anna in der westlichen Altstadt zur Verfügung, in der 1850 ein eigenes Benefizi-um eingerichtet wurde. Nachdem sie 1876 den Altkatholiken überlassen werden musste, benutzten die Katholiken der Neubaugebiete einen ehem. Tabakspeicher als Notkirche, das Hofgebäude des Hauses Hauptstr. 22, heute Verpackungsmuseum". Bereits 1885/88 wurden im Bereich der heutigen Kirche Grundstücke für einen Neubau reserviert, die teils von der Pfälzer Kirchenschaffnei geschenkt, teils vom Stiftungsrat erworben wurden. Dem 1894 gegründeten Kirchenbau-verein gelang es unter dem Vorsitz von Hofrat Professor Dr. Hermann Lossen, in kurzer Zeit 30138 Mark zusammenzubekommen. Trotz großzügiger Spenden und Stiftungen erwies sich jedoch zur weiteren Finanzierung die höchst umstrittene Einführung einer örtlichen Kirchensteuer als unumgänglich.Nach dem ersten Spatenstich am 30. 4. 1899 wurde die neue Kirche von Weihbischof Dr. Friedrich Justus Knecht am 19. 10. 1903 konse-kriert. Am 13. 1. desselben Jahres wurde mit Genehmigung des Großherzogs eine Kuratie eingerichtet. Der Benefiziat der Notkirche, Franz Sales Dor, wurde erster Kurat. 1907 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft das Pfarrhaus erbaut, am 10. 2. 1909 dann die Kuratie zur Pfarrgemeinde erhoben, der ersten, die sich von der Gesamtgemeinde loslöste. Stadtpfarrer wurde der beliebte und populäre August Dietrich (1877-1950). 1895 umfasste die Gemeinde 3044 Katholiken, 1925 waren es bereits 8100. Damals war St. Bonifatius die größte Pfarrgemeinde Heidelbergs. Sie wurde 1934 und ein zweites Mal 1962 geteilt, wobei die Katholiken des Stadtteils Bergheim bzw. die des Neubauviertels Heidelberg-Süd eigene Kirchen, St. Albert und St. Michael, erhielten. Die Pfarrei St. Bonifatius umfasst heute das früher sog. Rohrbacher Viertel", das seit der Eingemeindung des Dorfes Rohrbach (1927) Weststadt genannt wird, und bildet neuerdings mit5Architektur und BaugeschichteSeite 4: st. Albert und St. Michael die vom Oratorium des Heiligen Philipp Altarraum Neri betreute Sedsorgeeinheit Philipp Neri.Architektur und BaugeschichteSt. Bonifatius ist eine 3-schiffige Pfeilerbasilika mit Querschiff und Doppelturmfassade (Länge 56,50 m, Breite 20,30 m, Höhe 21 m; Türme 47,50 m), die ihre Abstammung von rheinischen Kirchen der Hochromanik (Dom zu Speyer, St. Kastor/Koblenz u. a.) nicht ver-Abb. vordere leugnet. Der Außenbau wird geprägt durch den Wechsel von hellem Umschlagseite Kalksteinmauerwerk und sorgfältig bearbeiteten Buntsandstein-Qua-dern. Das Langhaus besteht aus 4 Jochen, die sowohl innen wie außen in Erscheinung treten, doch entspricht den Wandvorlagen im Mittelschiff keine Wölbung. Vielmehr ruht im Inneren eine reich geschmückte Kassettendecke auf figürlichen Konsolen, die ihrerseits von den Kapitellen der Vorlagen getragen werden. Die Vierung wird von einer Innenkuppel überwölbt, der im Außenbau jedoch nur ein einfacher, heute nicht mehr vorhandener Dachreiter entsprach. Auch Chor und Querschiff sind flach gedeckt, Seitenschiffe und Apsis hingegen gewölbt.Das Konzept des Baus stammt vom Vorstand des Erzbischöfl. Bauamts, Ludwig Maier, der vom Oberstiftungsrat in Karlsruhe mit der Planung betraut worden war und bereits 1886 erste Entwürfe vorgelegt hatte. 1896 reichte der Heidelberger Architekt Franz Sales Kuhn Alternativ-Vorschläge ein, die sich im Wesentlichen dadurch unterschieden, dass alle Schiffe gewölbt sein sollten. Beide Entwürfe sahen eine Vierungskuppel vor, außerdem zunächst nur einen einzigen, einseitig in der Art eines Kapitelhauses angefügten Sakristeibau, der die Chorpartie von außen markanter zur Wirkung gebracht hätte als dies bei der heutigen Umbauung der Fall ist.Dem Ordinariat erschien ein Raum für nur 1600 Besucher im Hinblick auf die zu erwartende Entwicklung zu klein, Wölbung und Vierungskuppel jedoch zu aufwendig. Das Schiff wurde daraufhin um ein Joch verlängert und die Seitenschiffe verbreitert, so dass nun Platz für 2000-2200 Gläubige war. Anstelle der Wölbung wurde nach dem Vorbild der Michaelskirche Hildesheim eine hölzerne Decke vorgesehen. Die Änderungen provozierten heftige Diskussionen. Man plädierte dafür, auf jeden Fall Kuppel und Wölbung beizubehalten, da man fürchtete, anstelle eines Gotteshauses, das in seiner stilvollen Ausführung eine Zierde der Stadt werden sollte", lediglich eine bescheidene Vorstadtkirche" zu erhalten. Maier verteidigte in einer turbulenten Sitzung am 1.2.1899 den neuen Entwurf, der schließlich