Bővebb ismertető
1 Drachentänzermaske.
2-3 Abend über einem der zahlreichen umdeichlen Häfen. Hier suchen die Ideinen Boote Schutz, wenn sommerliche Taifune und schwere tropische Regen-stümie angekündigt werden.
4 Löwe beim chinesischen Neujahrsfest.
6 Überfahrt von Kowloon nach Victoria.
7 Vom Victoria Peak aus läßt sich der gesamte Victoria Harbour überblicken. Im Vordergrund die Skyline des Central District; auf der anderen Seite das lebendige Kowloon. Am Horizont die Bergkette der Neuen Territorien.
Hongkong, das Einkaufsparadies des Fernen Ostens. Hongkong, einer der aufstrebenden Tiger Asiens. Der Zwerg Hongkong, die zehntgrößte Wirtschaftsmacht der Erde. Ungehemmte Industrialisierung, immer neuere und höhere Wolkenkratzer im Geschäftszentrum. Der zweitgrößte Containerhafen der Welt; demnächst der größte Flughafen der Welt. Fleiß, niedrige Steuern und bescheidene Löhne bescheren der Kronkolonie ein jährliches Wirtschaftswachstum zwischen drei und fünf Prozent.
Dennoch ist Hongkong, der »Duftende Hafen«, unverwechselbares Asien. 360 Tempel und Klöster erinnern diesen H/Ioloch der H/Ioderne an seine traditionellen chinesischen Wurzeln, Ahnenkult und Geisterglaube leben auch zwischen den glasverkleideten Finanztempeln des Central District fort. In den Nebenstraßen mischen Händler noch immer geheimnisvolle Kräuter und getrocknete Extrakte nach jahrtausendealten Rezepten. Vor den Teehäusern wird lautstark das alte Brettspiel H/lahjong gespielt, tragen Rentner ihre Vögel im Käfig spazieren oder bringen sie zum Sangeswettbewerb mit Artgenossen zusammen, während einen Straßenzug weiter der Verkehr vierspurig in die Hafenunterführungen donnert. Schlangenhändler und altchinesische Heilpraktiker finden ihre Kunden ebenso leicht wie die allgegenwärtigen Verkäufer japanischer Unterhaltungselektronik.
Nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt, in den Neuen Territorien und auf den vielen Inseln, lebt das alte Hongkong von Reis- und Gemüseanbau, vom Fischfang und von der Muschelzucht. Beschauliche Ententeiche, alte Seeräuberhöhlen und die hölzernen Dschunkenstädte der Fischer und Boat People stellen den scharfen Kontrast her zur nahen Metropole mit ihren sich immer tiefer in die Hügel hineinschiebenden Betonvorstädten. Die Chinesen denken gar nicht daran, sich zwischen Tradition und Moderne zu entscheiden.
Hongkong ist ein Ort der extremen Aussichten. Das wird dem Besucher bereits beim Anflug auf den innerstädtischen Flughafen Kai Tak bewußt. In nur dreißig Metern Höhe, knapp über den Dächern des dichtbewohnten Stadtbezirkes Kowloon, suchen sich die Jumbo-Jets im Zweiminutentakt den Weg zur
ins Meer gebauten Landebahn. Der vielleicht bange Blick nach unten offenbart von Menschen wimmelnde Häuserschluchten und schäbige Hinterhoffassa-den. Diese Aussicht von oben wird auch nach Verlassen des glücklich gelandeten Flugzeuges die vorherrschende Perspektive für die Zeit des Aufenthaltes bleiben. Denn sowohl die bergige Topographie als auch die räumliche Enge haben Hongkong zu einer Stadt der Vertikalen werden lassen.
Die britische Kronkolonie am Südchinesischen Meer beherbergt auf 1076 Quadratkilometern fast sechs Millionen Menschen. Die meisten von ihnen kamen als Flüchtlinge aus dem kommunistischen China oder stammen von Flüchtlingen ab. Am 1. Juli 1997 werden sie, so sieht es jedenfalls das am 26. September 1984 unterzeichnete britisch-chinesische Abkommen vor, wieder zu Bürgern der Volksrepublik. Der Löwe verläßt den Drachen.
Für Hongkong und dessen Gewässer hatten sich bis ins 19. Jahrhundert hinein nur Piraten, besonders die des Seeräuberkönigs Cheung Po Tsai, interessiert. Mit 30 000 Mann und 270 Dschunken machte er damals die südchinesische Küste unsicher. Im Perlflußdelta zwischen Macao und Kanton lauerten sie europäischen und chinesischen Handelsschiffen auf, um sich und die Beute anschließend im Labyrinth der vielen Inseln um Hongkong zu verbergen. Im Territorium gibt es heute noch Legenden um ehemalige Seeräuberverstecke und vergrabene Schätze. Nach schweren Gefechten mit den Schiffen der East India Company wechselte Cheung Po Tsai jedenfalls die Seiten und ging seinerseits auf Piratenjagd, was wohl höhere Einkünfte versprach.
Das Britische Empire kam eher zufällig in den Besitz Hongkongs. Die Nachricht, daß Commodore Sir J.J. Bremer am 25. Januar 1841 im Auftrag des britischen Fernost-Bevollmächtigten Captain Charles Elliot den Union Jack am Possession Point (im heutigen Stadtteil Western District) auf der Insel Hongkong gehißt hatte, löste im fernen London zunächst Befremden und Heiterkeit aus. Königin Victoria witzelte über die magere Eroberung, und der erzürnte Premierminister Lord Palmerston (»Ein kahler Felsen mit kaum einer Hütte draufl«) rief den eigenmächtigen Captain Elliot zurück nach England. Das