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Günter Steiger - »Ich würde doch nach Jena gehn« [antikvár]

»Ich würde doch nach Jena gehn« [antikvár]

Günter Steiger

 
Gebeugt über alte Handschriften Dieses Uuch erzählt die Geschichte der Fricdridi-Schiller-UniveisitSt zu Jena, einer über 400 Jahre alten, berühmten deutschen Ausbildungsstätte. Es berichtet von den leichcn Ttaditionen der „Salana" oder „Alma mater Jenensis", wie die Universität in Vergangenheit und Gegenwart gern ehrenvoll genannt wurde und wird. Die Vergangenheit dieser Universität ist eine erregende Geschichte von Auseinandersetzungen politischen Charakters und geistig-wissenschaftlicher, oft auch künstlerischer Bestrebungen,...
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Gebeugt über alte Handschriften Dieses Uuch erzählt die Geschichte der Fricdridi-Schiller-UniveisitSt zu Jena, einer über 400 Jahre alten, berühmten deutschen Ausbildungsstätte. Es berichtet von den leichcn Ttaditionen der „Salana" oder „Alma mater Jenensis", wie die Universität in Vergangenheit und Gegenwart gern ehrenvoll genannt wurde und wird. Die Vergangenheit dieser Universität ist eine erregende Geschichte von Auseinandersetzungen politischen Charakters und geistig-wissenschaftlicher, oft auch künstlerischer Bestrebungen, hineingestellt in die großen Klas--senschlachten der Jahrhunderte und einen oft schmerzhaft empfundenen Gegensatz von geistigen Höhenflügen und territorialer Beschränktheit, materieller Armut und zu geringer Ausstrahlungsmöglichkeiten. Die Jenaer Uni-vcrsitätsgeschichte spannt sich in ihren Höhepunkten von den Tagen des Renaissance-Humanismus und der Reformation über die Frühaufklärung und die deutsche bürgerliche Klassik zu Neuhumanismus, Positivismus und zum Aufschwung der naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen des 19. und 20. Jahrhunderts; sie mündet in den Kampf und Sieg des Marxismus-Leninismus an der zu einer modernen Bildungsstätte gereiften Hochschule, die im sozialistischen deutschen Nationalstaat, der Deutschen Demokratischen Republik, ihre Heimat fand. Die Geschichte dieser Universität ist auf ihrem Weg durch die Jahrhunderte zugleich eine aufschlußreiche Geschichte des Miteinanders von Lehrern und Schülern, Jugend und Alter. Wie alle Universitäten war auch die Salana zwar Bestandteil der Wissenschaft und der Wissenschaftsorganisation einer bestimmten -Gesellschaftsordnung, jedoch in erster Linie Teil des Bildungs- und Schulwesens. Die innere Struktur und die Wirkung der Hochschule nach außen als einer „universitas magistro-rum et scholarium" ist stets und vor allem durch das ihr eigene Verhältnis von Lehre, Forschung und Erziehung gekennzeichnet gewesen: von Magistern und Scholaren, Professoren und Studenten, von Weitergabe des Wissens seitens der Hochschullehrer, von Aneignung und mehr oder minder geförderter selbständiger Mitarbeit seitens der Studierenden. Hier öffnet sich für den rückblickenden Betrachter das weite Feld der ineinandergreifenden Einzelschitksale, individuellen T.ehensläufe, Gelehrten- biographien und Persönlichkeitsentwicklungen: beginnen die „Geschichten" in der Geschichte. Sie bieten ein faszinierend farbiges, in seiner Fülle unausschöpfbares Bild des Hochschullebens. Neben klangvollen Namen der Wissenschafts- und Erziehungsgeschichte stehen stille, wenig bekannt gebliebene und oft doch so achtenswerte Gclehrtengestalten, brillante und umjubeltc Kathederredner neben einsamen Forschern, jugendliche Heißsporne im Spannungsfeld mit körperlich und oft- auch geistig alt Gewordenen, „Universalgenies" neben Nur-Spezialisten, Idealisten der Wissenschaft im Gegensatz zu etabliertem Mittelmaß. Dazu die bunte Welt der Studenten mit Optimismus und Lebensfreude, Studieneifer, Liebeserlebnissen, oft auch - in Abhängigkeit von bestimmten gesellschaftlichen Verhältnissen thüringischer feudaler Kleinstaaterei - geprägt von Ausschweifungen und Krawallen. „Fest hafte Dir im Herzen das Plinius-Wort, daß alle Zeit vertan ist, die Du nicht auf das Studium verwendest", war eine der ernsten Mahnungen, die in den Jahrzehnten vor der Gründung der Universität Jena von einem der größten europäischen Wissenschaftler jener Zeit, Erasnms von Rottenla/n (1497), den Studenten zugerufen wurde: „Bedenke, nichts ist flüchtiger als die Jugend; ist sie einmal dahin, kehrt sie nimmer wieder . . ." Richtig aber ist, daß Jenaer Studenten wie überall auf den Hohen Schulen Europas oft - und gcrechterweise nicht ganz zu Unrecht - auch anders geartete imd wciterreichende SchlulUolgerungen aus jener Maxime .gezogen haben: ,,Lebe, liebe, juble, läi'ine, Trink Dein Gläßgen Bier, Schwärme mit mir wenn ich schwärme; Und sey auch wieder klug mit mir", wie es eine Jenaer .studentische Stammlnichweisheit 1773 verkündete. Wir beginnen unseren Gang durch die Jahrhunderte mit einem Besuch des Universitätshauptgebäudes und dem Blick auf jene Institutionen, die sich speziell mit der Geschichte der Jenaer Ujiivcrsität, ihren Quellendokumen-

Termékadatok

Cím: »Ich würde doch nach Jena gehn« [antikvár]
Szerző: Günter Steiger
Kiadó: Hermann Böhlaus Nachfolger
Kötés: Vászon
Méret: 210 mm x 280 mm
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