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DER KÖNIGLICHE PALAST VON WESTMINSTER Rat der angelsächsischen I Könige war eine Versammlung der Weisen",, vom König ernannt um ihm mit Rat beizustehen. Er bestand aus Grafen, Bischöfen, Äbten, den Würdenträgern des Hofs und Heers. Im Laufe der Zeit wurde daraus der traditionelle Kronrat und darf als Vorläufer des Oberhauses, d.h. Kammer der Adligen, oder Lords, gelten. In 1215 erzwangen die Barone König Johanns Unterschrift zur Magna Carta (das englische Staatsgrundgesetz). Auf dieser fusst das Rechtswesen und die persönliche Freiheit aller Engländer. Missbrauch der Macht unter dem Hause Plantagenet und Steuerzuschläge unter Heinrich III. riefen erneute Empörung hervor: dieser unterlag vor Simon de Montfort, Graf von Leicester, in der Schlacht bei Lewes. Anschliessend (in 1264), berief de Montfort das Parlament von 1265 ein: Barone und Bischöfe wurden einzeln und mit Namen aufgefordert; auch hatten sich zwei Ritter aus jeder Grafschaft, zwei Bürger aus jeder Stadt und zwei Wahlberechtigte aus jedem Marktflecken, im Saal von Westminster einzufinden. 1295 folgte das Musterparlament Eduards I. und danach fanden häufige Zusammenkünfte statt. Unter Heinrich IV. erlangten die Bürgerlichen (Unterhaus) das ausschliessliche Bestimmungsrecht über alle Steuern. Die Freiheitsurkunde von 1689 erklärte, dass die Freiheit der Rede des Parlaments in keiner Weise angefochten oder in Frage gestellt werden dürfe. Heutzutage besteht das Parlament aus dem Staatsoberhaupt, dem Kirchen- und Laienadel, und Unterhaus Zum Kirchenadel zählen immer die Erzbischöfe von Canterbury und York, die Bischöfe von London, Durham and Winchester und die folgenden einundzwanzig rangältesten Bischöfe der englischen Staatskirche. Der Laienadel kann bis zu 9 Ordentliche Appelationsrichter miteinschliessen, die auf Lebensdauer den Baronstitel tragen. Ungefähr 870 Adlige (die Zahl schwankt infolge der Todesfälle und Neuverleihungen) sitzen im Oberhaus. Im Unterhaus tagen 630 Vertreter der Bevölkerung Grossbritanniens. Eine Residenz soll schon zu Zeiten Knuts, des Dänenkönigs, in Westminster gestanden haben, bis zum Brand von 1036. König Eduard der Bekenner liess 1054 daselbst eine neue errichten, in bequemer Nähe der grossen Abtei, deren Bau er überwachte. Der Palast des Bekenners war unscheinbar, dennoch wurde er bald zum Zentrum der Staatsmacht und Versammlungsort des Parlaments. Wilhelm der Eroberer hielt dort einen grossen Rat in 1076 und in der Sachsenchronik heisst es, dass er Pfingsten 1085 dort seinen Hofgehalten habe, um den Lehnseid seiner Untertanen entgegenzunehmen, und seinen jüngsten Sohn, den späteren Heinrich I., zum Ritter zu schlagen. Der Sohn des Eroberers, Wilhelm II., Wilhelm der Rote genannt, baute den Grossen Saal von Westminster daran. Der grosse Brand von 1512 nötigte Heinrich VIII. seine Hauptresidenz nach YorkPalast zu verlegen. In 1536 wurde ein Parlamentsvorschlag Gesetz, in dem es hiess, dass der alte Palast für immerdar als Königspalast zu Westminster bekannt und benannt sein solle". Als solcher untersteht er auch heute noch der Machtbfugnis des Grosskämmerers; aber das Meisterwerk Barrys steht, wo sich einst die Residenz des Bekenners erhob. Am 16. Oktober 1834 vernichtete Feuersbrunst den alten Palast fast gänzlich; allein der Grosse Saal, die Gruft der Stefanskapelle und ihr Kreuzgang entgingen der Zerstörung. Hierauf wurde beschlossen, einen neuen Palast von Westminster, seiner Zeit und der Nation würdig, auf dem, von der Geschichte geweihten Boden aufzuführen. Bei einem Wettbewerb, trug der Entwurf Mr. Charles Barrys (nachmals Sir Charles Barry), den ersten Preis davon. In der gotischen Bauart der Tudor-Periode gehalten, harmonierte der neue Palast aufs natürlichste mit den alten Bauten, die man beibehalten wollte. Für die Aussenmauern wurde feiner Kalkstein aus Anston in Yorkshire verwendet und Stein aus Caen, für das Innere. Den Grundstein legte die Gattin Barrys 1840 und Königin Victoria eröffnete dort zum ersten Male das Parlament in 1849. Der neue Palast von Westminster nimmt eine Fläche von mehr als 3 Hekter ein und enthält 11 Innenhöfe, 1,100 Räume und 100 Treppengänge.