Bővebb ismertető
Jubiläen sind feierliche Zäsuren im Ablauf menschlichen Tuns. Ob sieden einzelnen oder eine Gemeinschaft betreffen, sollten sie dazu dienen,über Herkunft, Werden und Aufgaben des Jubilars nachzudenken. Das100jährige Jubiläum eines großen Werkes stellt die Frage nach demWollen seiner Gründer, nach dem glücklichen und unglücklichen Fort-gang seiner Entwicklung und nach seinen Aufgaben von heute. DieGründer der BASF lebten in einer Zeit, zu deren Besonderheiten die Ent-stehung des Wortes Jetztzeit" gehört. Sie und ihre Zeitgenossen woll-ten somit mehr als die vorangehenden Generationen in dieser ihrerJetztzeit" leben. Sie schufen Fabriken, Eisenbahnen, Kanäle und vielesandere, was Handel und Wandel auf der Welt fördert. Aus diesem Geistheraus wollten die Gründer der BASF fabrikatorisch das auswerten, wasdie wissenschaftlichen Erkenntnisse bereits zutage gefördert hatten.Sich für die Jetztzeit" nutz- und gewinnbringend zu betätigen, war ihrZiel. Diese Pioniere der industriellen Chemie waren sehr real denkendeMänner. Der Bankier Seligmann Ladenburg wurde im gleichen Jahr wieSchubert und Heine geboren; daß er aber im Alter von 67 Jahren denunternehmungslustigen Gründer der BASF, Friedrich Engelhorn, tat-kräftig unterstützte, zeigt, daß auch er die Zeit der Romantik überwundenund den Anschluß an die Jetztzeit" gefunden hatte. Die Gründer derBASF hatten kaum Vorbilder für ihr Vorhaben. Es gab damals viele klei-nere Betriebe, die mit mehr oder weniger Erfolg in der Chemie ihr Glücksuchten. Für fast alle war charakteristisch, daß ihr Fortbestand allzusehrdem Zufall ausgesetzt war. Die Zahl der Gründungen war groß; werbestehen wollte, durfte keinen Utopien nachjagen. Nur wer verstand,alle Möglichkeiten der Zeit zu erkennen und auszuschöpfen, konnteüberleben. Die Gründer der BASF wußten von Anbeginn: Man kann mitFarbstoffen und anderen hochwertigen chemischen Produkten auf langeSicht nur dann erfolgreich konkurrieren, wenn man die dazu nötigenAusgangsstoffe und Vorprodukte weitgehend selbst herstellt, der For-schung die Tür öffnet und für sie Mittel bereitstellt. Damit schufen sieein Programm, dem die BASF 100 Jahre lang treu geblieben ist und daszu ihrem Erfolg wesentlich beigetragen hat. Es ließ keinen Stillstand zuund führte zu einer steten Erweiterung der Arbeitsgebiete. Das Programmder Gründungszeit wurde in 100 Jahren zur verpflichtenden Tradition.Vorliegendes Buch möchte in einer Reihe von Bildern aus Vergangenheitund Gegenwart am Ablauf des ersten Jahrhunderts ihres Bestehens teil-nehmen lassen. Von den vielfältigen Begebenheiten in dieser Zeit konn-ten nur einzelne, besonders charakteristische dargeboten werden. Da dieBASF in dieser Zeitspanne mit nahezu allen Gebieten moderner Diszi-plinen, im besonderen der Chemie, der Physik und des Ingenieurwesens,in Berührung kam, ist eine vollständige Chronik nur für den mit diesenFächern vertrauten Leser verständlich. Es schien daher nicht sinnvoll, indem vorliegenden Bildband die einzelnen Jahre nacheinander an sichvorbeiziehen zu lassen und dabei auf die Vollständigkeit allen Geschehenszu achten. Gibt es doch wertvolle Entdeckungen und Erfindungen, derenGeschichte für den Laien unverständlich ist. Man denke nur an dieDurchführung der Indigoherstellung. Zuerst mußte die Struktur des inder Natur vorkommenden Farbstoffes im chemischen Laboratorium einerUniversität aufgeklärt werden, dann suchte man nach Synthesen desbekannten Naturkörpers. Es gab ihrer mehrere. Ihr Ablauf wurde in Lud-wigshafen eingehend verfolgt, bis man wußte, welcher Weg in der