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SEHNSUCHT NACH DEM SÜDENSINN UND METHODE DES REISENSWir sind keine besinnlichen Reisenden mehr. Wir träumen nicht mehr einsam vor verfallenen Ruinen. Wir flüchten nicht mehr scheu von der Straße in die Museen, schwer bepackt mit Wissen und Schüler-Ehrgeiz.Nein, wir reisen anders.Unbekümmert, leicht und leichtsinnig jagen wir durch Italien, bereit, die Schönheit zu empfangen, wo wir sie finden: in einer Trattoria oder in einem Museum, im Zeltlager der jungen Faschisten oder zwischen antiken Säulen, im Dämmer der Kirchen oder auf den Lavaströmen des Aetna, in Michelangelos unsterblichem David" oder in der lebendigen Wucht eines arbeitenden Körpers.Wir sind nicht ängstlich bemüht viel zu sehen, sondern nur bemüht ganz in Italien zu sein. Nicht kritisch und nicht überlegen, sondern naiv und glücklich!Glücklich, wenn über Umbriens Hügel der Abend niedersinkt, wenn in Rimini die Fischer zum Nachtfang die Segel setzen, wenn in der Trattoria delle Due Colonne" in Rom die Spaghetti al sugo wieder so unvergleichlich . . .Halt! Der Bericht muß chronologisch sein.Unsere Sehnsucht nach dem Süden ist das Erbe von Generationen. Früh und leicht erweckt, vielleicht schon durch den Anblick einer kitschig schillernden Ansichtskarte aus Venedig oder Rom, hält sie uns zeitlebens gefangen.