Bővebb ismertető
Bharat STRä" - Hindustan -India - Indien Mehrere Bezeichnungen für ein und dasselbe Land; jeder Name für sich Kennwort für eine ganze Epoche. Sei es Bharat, Hindustan oder Indien - der bloße Name weckt Vorstellungen, läßt Bilder unterschiedlicher Art entstehen.Vor dreihundert Jahren berichteten Reisende von einem orientalischen Märchenland der Moguln, von sagenhaftem Reichtum und überirdischem Glanz. Damals rückte Hindustan erstmalig in den Gesichtskreis Europas. Später wurde India das Juwel in der Krone des britischen Imperiums, litt jahrhundertelang unter kolonialer Ausbeutung und mußte die Vergewaltigung und Degradierung seines fleißigen und talentierten Volkes dulden.Der Name Indien ist verbunden mit den Namen großer Persönlichkeiten, deren Wirken in unsere Zeit hineinreicht: Rabindranath Tagore, Dichter, Künstler und Humanist; Mahatma Gandhi, die große Seele, Sammler der Kräfte des indischen Volkes, Symbol der nationalen Würde und Unabhängigkeit; Jawaharlal Nehru, Wegbereiter eines freien, modernen Bharat, erster Ministerpräsident, Mitgestalter der Weltgeschichte; Indira Gandhi, Fortsetzerin des Werkes Nehrus, ihres Vaters, Hoffnung für 560 Millionen Inder.Indien hat viele Gesichter. Es ist eine Welt für sich. Es hat einen eigenen Reiz. Wer Indien erleben will, muß sich mit ihm auseinandersetzen. Es zwingt dazu. Man kann es entweder hassen oder lieben, aber nicht passiv und gleichgültig betrachten. Man kann es fliehen oder immer wieder zu ihm hindrängen. Indien ist ständig neu. Es ist nie langweilig. Es läßt sich nicht restlos ergründen. Es hält immer etwas verborgen; auch in unserer Zeit, da es den Schleierdes Geheimnisvollen längst von sich geworfen hat.Über Indien ist in vielen Büchern geschrieben worden.Dennoch ist es schwierig, eine einfache Antwort zu geben auf die einfache Frage: Was für ein Land ist Indien? Karl Marx fand im Jahre 1853 einen treffenden Vergleich. Er schrieb: Hindustan ist ein Italien von asiatischem Ausmaß, mit dem Himalaja an Stelle der Alpen, der Ebene von Bengalen an der Stelle der lombardischen Ebene, dem Dekhan an Stelle der Apenninen und der Insel Ceylon an Stelle der Insel Sizilien.Um zu verstehen, wie asiatisch die geographischen Ausmaße Hindustans sind, projizieren wir den indischen Subkontinent in seinen Umrissen nach unseren europäischen Breiten, in uns vorstellbare und geläufige Dimensionen. Verschieben wir also Indien von seiner natürlichen Position um etwa 25 Breitengrade in nördlicher und um etwa 70 Längengrade in westlicher Richtung, so ergäbe sich, daß Nordkaschmir, der nördlichste Teil Indiens, der von Pakistan, Afghanistan und der Volksrepublik China umschlossen ist, Südnorwegen bedeckt.Indien mißt 3219 Kilometer Luftlinie von Nord nach Süd. So reicht der Südzipfel Indiens mit dem Kap Komorin, das von den Wassern des Arabischen Meeres und der Bucht von Bengalen umspült wird, mehrere hundert Kilometer nach Nordafrika hinein und breitet sich fast über ganz Tunesien aus.Die West-Ost-Ausdehnung Indiens beträgt 2977 Kilometer. Legen wir Indiens westlichsten Punkt beim Golf von Kutch im Unionsstaat Gujarat (Gudscharat) an, so entspräche dies etwa der Position von Brest im Nordwestzipfel Frankreichs als westlichem Äquivalent in Europa. Von dieser Position ausgehend, würden wirIndiens östlichste Unionsstaaten in der Sowjetunion etwa zwischen Minsk, Kursk und Odessa wiederfinden. Die Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren zöge sich dann vom Ägäischen Meer östlich an der Insel Kreta vorbei bis etwa fünfhundert Kilometer nach Ägypten hinein. Wollten wir bei diesem Lagevergleich die Position indischer Städte nach Europa übertragen und verlegten wir die Hauptstadt Delhi an die Grenze zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein, so würden wir Bombay in Südfrankreich, Calcutta an der sowjetischrumänischen Grenze und Madras nördlich des Westzipfels von Sizilien suchen müssen.Karl Marx verglich Indien mit einem asiatischen Italien, und in der Tat, die geographischen Besonderheiten beider Länder weisen gewisse Ähnlichkeiten auf.Im Norden grenzt der Himalaja, der gewaltigste Gebirgszug der Erde, Indien vom asiatischen Kontinent ab und erstreckt sich in drei parallellaufenden Wellen über 2400 Kilometer von Pakistan im Westen bis Burma im Osten.Die Himalajagipfel, die höchsten dieses Planeten überhaupt, sind nicht nur ersehntes Lebensziel von Bergsteigern und Naturschwärmern. Auch fromme Hindus werden vom Himalaja, wo die Götter wohnen, unwiderstehlich angezogen. Alljährlich nehmen Legionen von Pilgern schwerste Mühen auf sich, um in die schier unbezwingbare Wildnis des inneren Himalaja einzudringen. In frommem Eifer, in hartem Ringen mit ungnädigen Naturelementen drängen sie über Felshänge, Schneefelder und Eiswüsten, himmlischen Segen erheischend in den Höhlen der Sadhus und Eremiten, die der Welt entsagten, um den Göttern näher zu sein.So überwältigend und streng die Gipfel des Himalaja, so anmutig und einladend