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VORWORT Mit keinem Lande ist Deutschland schicksalhaft so stark verbunden wie mit Italien. Von den frühesten Germanenzügen in der Völkerwanderungszeit an bis zu den sonne- und kunsthungrigen Italienfahrern und den Rompilgern unserer Zeit geht ein ununterbrochener Strom von südwárts ziehenden Völkerschaften, Kaiserzügen und Ritterheeren, Wallfahrern und Pilgern, Kaufleuten und Künstlern, schwármenden Romantikern und Erholungsuchenden. Das gewaltige Gebirgsmassiv der Alpen trennt nicht wie eine Sperrkette Deutschland und Italien,...
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VORWORT Mit keinem Lande ist Deutschland schicksalhaft so stark verbunden wie mit Italien. Von den frühesten Germanenzügen in der Völkerwanderungszeit an bis zu den sonne- und kunsthungrigen Italienfahrern und den Rompilgern unserer Zeit geht ein ununterbrochener Strom von südwárts ziehenden Völkerschaften, Kaiserzügen und Ritterheeren, Wallfahrern und Pilgern, Kaufleuten und Künstlern, schwármenden Romantikern und Erholungsuchenden. Das gewaltige Gebirgsmassiv der Alpen trennt nicht wie eine Sperrkette Deutschland und Italien, sondern scheint geradezu zur Überwindung aufzufordern. Zwar besteht ein ungeheurer Unterschied zwischen dem naturnotwendigen Südwártsdrángen der Land suchenden germanischen Volksstámme, die das Weltreich der Römer erschütterten, und den aus freiem Antriebe in persönlichem Interesse nach Italien reisenden Deutschen des 19. und 20. Jahrhunderts, immer aber wird solche Italienfahrt beherrscht von dem zweifachen Erlebnis der südlichen, Sonne durchstrahlten Landschaft und der mit Italiens Boden verwurzelten klassischen künstlerischen Kultur. Von Dietrich von Bern und Kari dem GroBen bis zu Friedrich von Hohenstaufen, von Albrecht Dürer bis zu Winckelmann und Goethe, Arnold Böcklin und Hans Thoma, - immer wieder verfolgen wir die gleichen Auseinandersetzungen zwischen germanischem und romanischem Geiste. Am sichtbarsten vollzieht sich für uns die Wechselwirkung zwischen deutscher und italienischer Kultur auf dem Gebiete der Kunst. Vor unserem Auge steht hier Albrecht Dürer, in dessen Werk sich die Aufnahme klassischen Formengutes, aber auch seine vollkommene Verarbeitung und Überwindung im nordischen Sinne besonders deutlich spiegelt. Andrerseits beweist uns die Wertschátzung Dürerscher Kunst durch die Italiener seiner Zeit und der starke Einschlag deutscher Elemente in der oberitalienischen Kunst, daB hier ein gegenseitiges Geben und Nehmen stattfand. Der Zug der Deutschen nach Italien hinterlieB auch in diesem Lande sichtbare Spuren. So vermittelt uns eine Reise nach Italien einerseits das Erlebnis der befruchtenden Anregung durch die Kunstschátze dieses Landes, andrerseits aber stoBen wir immer wieder auf die Zeugen deutscher Geschichte. Kein Reisender, der mit offenem Auge und lebendigem Sinn für das geschichtliche Werden Italien durchwandert, wird sich diesem doppelten Erlebnis entziehen können. Die ununterbrochene Abfolge künstlerischer Kultur von der Antiké bis zur Gegenwart ist nirgends so anschaulich in den erhaltenen Denkmálern zu verfolgen wie gerade in Italien. Welche Saite unseres künstlerischen Empfindens auch ertönen mag, immer finden wir einen Wider-

Termékadatok

Cím: Italien [antikvár]
Szerző: Max von Boehn
Kiadó: Verlagsanstalt Hermann Klemm A.-G.
Kötés: Vászon
Méret: 200 mm x 250 mm
Max von Boehn művei
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