Bővebb ismertető
BERGAMO UND DER COLLEONIAls Colleoni, einer der großen Soldatenführer und Kriegshelden des fünfzehnten Jahrhunderts, sich zur Ruhe setzen wollte, wählte er dazu die Gegend, in welcher er geboren worden war. Hier erwarb er, der Feldmarschall der Großmacht Venedig, ein Kastell und baute es zum Palast aus, hier empfing er, mächtiger als ein Fürst und doch nur ein General, umgeben von einer kleinen Armee, seine Freunde, seine Verehrer, die Schriftsteller, die Gesandten der Welt, ja einmal sogar den dänischen König Christian, und hier verwaltete er sein großes erworbenes Vermögen und seine Güter.Hier brandet die stickige Ebene der Lombardei, in deren giftigem Dunst die Sonne schon lange vor Anbruch des Abends blutrot versinkt, gegen die Vorhöhen der Alpen, um deren Spitzen, wie silberne Grüße des Nordens, die geisterhaften Nebelfetzen hängen, die der Wind am Morgen zerreißt.Hier, wo die Plantagenlandschaft des Flachlandes sich mit einem athletischen Ruck erhebt, wo an den Hängen grüne Wiesen sich ausstrecken, auf denen wiederum, unregelmäßig angepflanzt, die Obstbäume tanzen, hier, wo es feucht und würzig riecht wie auf den Matten des Schwarzwaldes und auf den Almen des Berner Oberlandes, hier erhebt sich auf einem Vorberge der Alpi Orobie über dem lombardischen Tiefland die Stadt Bergamo.Hier und nicht in Venedig hat der Colleoni die Kapelle errichtet, die seinem Gedenken und dem Heil seiner Seele dienen sollte, und hier, unweit von seinem Schlosse Malpaga und der Stelle, wo er zur Welt kam, unweit der endlosen Gartenlandschaft der Ebene und ebenso nahe dem herben Bergwind, der ihm als Knabe durch die Haare pfiff, besaß er ein kleines Wohnhaus.11