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Első rész:Friedrich List - Künder des Eisenbahnzeitalters und der wirtschafllichen EntwicklungGedanken zu Persönlichkeit und Werk * Ekkehard BirnstielWenn der Name Friedrich List genannt wird, bekommen die Deutschen ein schlechtes Gewissen.Theodor HeussList war Patriot. Ein Deutscher, der an sein Vaterland nicht nur glaubte und dafür litt, sondern einer, der vor allém zu begründen und zu lehren suchte, wie man dieses Land entwickeln und zur wirtschaftlichen Blüte führen könne.Sein unruhiger Lebensweg war darauf angelegt, aus ihm einen Kosmo-politen werden zu lassen. Vertreibung und Emigrantenschicksal zwingen ihn, fast die ganze zivilisierte Welt seiner Zeit zu bereisen. Die Enge seiner schwábischen Dörfer und ihre Kirchturmpolitik bleiben hinter ihm zurück er wird dennoch kein Internationalist. Er empfindet, daL zwischen Einzel-wesen und Menschheit noch eine Zwischenstufe gesetzt ist: die Nation. Wie manche Persönlichkeit seines schwábischen Stammes besaft auch er eine un-erschütterliche Heimatliebe und Stammestreue. So ist er zeitlebens ein Natio-nalist geblieben freilich ohne scheuklappenhafte Enge. Spáter einmal fühlt sich der Prásident der USA, Andrew Jackson, diesem Manne zu Dank verpflichtet, Verantwortung und ersprieftliche Tátigkeit in den jungen, wirt-sdiaftlich aufstrebenden Staaten zeichnen sich ab, auch Vermögen und finanzielle Sicherheit für die Familie. Doch List bekennt kompromifilos fast möchte man unbelehrbar sagen: lm Hintergrund aller meiner Pláne liegt Deutschland und die Rückkehr nach Deutschland". Wie rücksichtslos und gemein ist aber gerade die Heimat Württemberg mit ihm umgegangen. List hat sich trotzdem nicht abgewendet, hat weder verdammt noch verur-teilt, am Ende seines Lebens nur hat er resigniert, um schlieftlich zu ver-zweifeln. An einem Wintermorgen in Kufstein in Tirol greift er zur Pistole und setzt seinem Leben ein Ende.* Nach einem Vortrag, gehalten vor Absolventen der Deutschen AufSenhandels und Verkehnsschule e. V., Bremen, am 9. Október 1964 im Hause Schütting.Második rész:Die Liebe in philosophisch-phanomenologischer Sicht *CARL ALBRECHT tÜber das Urphánomen Liebe'' im Kreise der Philosophischen Gesell-schaft sprechen zu wollen, das ist zum mindesten ein Wagnis. Aber nicht nur das: Mir scheint, dafi man sich durchaus fragen könnte, ob solches Tun vom Gesichtsort der Philosophie her gesehen nicht illegitim und damit ungemáfi ist. Ich weifi voraus, meine Darstellung wird die Bedenken kaum zerstreuen können, sondern eher noch verfestigen. So bleibt mein Tun alsó ein Versuch und ich meine allerdings, daü wir ihn als berechtigt ansehen dürfen, so-lange wir uns bescheiden und nicht über ihn hinausgreifen.Das Phanomen Liebe" ist ein wahrhaft sphinxhaftes Phánomen. Jeder kennt es, es sind tausende von Büchern über die Liebe geschrieben worden und doch ist die Wesenserkennung und die Begriffsbildung keineswegs überzeugend gelungen. Das ist auch wohl der tiefere Grund dafür, dafí das deutsche Wort Liebe" nicht voll verstándlich ist, dafi es eines der unschárf-sten und schwimmendsten Worte unserer Sprache ist. Was bezeichnen wir nicht alles mit diesem Worte: Wir sagen: ich liebe diesen Ring, ich liebe die Natúr, ich liebe meinen Hund, ich liebe meine Eltern, ich liebe meinen Freund, ich als ein Mann liebe ein Mádchen, ich liebe meinen Nachsten, ich liebe Gott. In all diesen durch das Verb lieben" bezeichneten Bezügen des Lebens stecken so viele unterschiedliche Weisen menschlichen Fühlens, Be-gehrens, Denkens, Wollens, Verhaltens, dafi es von vornherein als aus-sichtslos erscheint, einen Oberbegriff zu finden, der alle diese Einzelweisen umfafit. Es gibt keinen Begriff, der das Wesen der Liebe allén verstándlich aussagt. Andere Sprachen sind besser dran als es die deutsche ist: Der Grieche sieht die Phánomene, die wir unter dem einen Worte Liebe be-nennen, dreifach getrennt und spricht darum von philia, Eros und nach dem Ereignis von Christi Ankunft auch noch von Agape. Die lateinische Sprache kennt: amicitia, amor, caritas und das Verb diligere.Vielleicht aber ist die deutsche Sprache gar nicht so dürftig und be-schrankt, wie es nach meinen Aussagen scheinen könnte, vielleicht weifi sie etwas vom Urrátsel" Liebe und weifí, dafi dieses im Hintergrunde solch unterschiedlichen Sich-Verhaltens irgendwie verborgen steht. Aber lassen Sie uns solche Fragestellungen beiseite schieben, damit wir unseren pháno-menologischen Weg sauber gehen können. Was hat alle ehrliche Phano-menologie für einen Zweck, wenn sie nicht alléin von dem ausgeht was sie* Vortrag vor der Philosophischen Gesellschaft in Bremen, nach dem Tode des Verfassers von Herrn Dr. Ernst Albrecht am 4. November 1965 gelesen.