Bővebb ismertető
Wer in einer fremden Stadt ankommt, kann häufig schon bei der Fahrt mit dem Taxi einen ersten Eindruck von der ihm noch unbekannten Kuhur gewinnen. Taxifahrer in London sind bekannt für ihre Höflichkeit und ihre Kenntnisse. In Rom sind sie ebenfalls freundlich, tragen darüberhinaus aber auch noch zum Glück ihrer Kunden bei, indem sie ihre Taxis init Sicherheitsgurten ausstatten. Die Taxifahrer in New York sind weltberühmt für ihre dezidierten Meinungen, und in Paris ist es ratsam, sich mit dem Hund des Taxifahrers gutzustellen, der einen möglicherweise auf der Fahrt begleitet. Aber in Tökyö und anderen Großstädten Japans ist die Fahrt in einem Taxi oftmals ein Erlebnis, das selbst weitgereiste Touristen nie mehr vergessen.
Kaum hat man die Tür hmter sich geschlossen, beginnt auch schon der Gebührenzähler zu laufen, und der Fahrer hebt mit einem Start ab, der bei einem Autorennen in Le Mans Beifall finden dürfte. Selbst wenn Fahrer und Passagier dieselbe Sprache sprechen, ist bis dahin noch kein Wort gefallen, und darauf kommt es wohl auch nicht an. Wenn es sich bei dem Fahrtziel nicht gerade um eine Sehenswürdigkeit der Stadt handelt, weiß der Fahrer ohnehin nicht, wo es liegt. Aber die Suche ist bereits das halbe Vergnügen. Sie kann eine Stunde oder mehr dauern, wenn man nach einem Privathaus sucht, und die Uhr wird jede Sekunde registrieren.
Besucher aus dem Westen erwarten von Japan einen gewissen Kulturschock, einen Hauch Exotik und das Abenteuer, als Fremder in einem fremden Land zu sein. Aber nur wenige sind auf das vorbereitet, was vielleicht Japans größter Beitrag zur Unergründlichkeit des fernen Ostens ist: das sogenannte banchi-Sjstem. Nur wenige Straßen in diesem Land haben Namen, und die Häuser tragen zwar Nummern, doch diese Zahlen beziehen sich auf das Alter des Hauses, nicht auf den Standort. Das erste Haus eines Bezirks erhält die Nummer Eins; die Nummer Zwei steht unter Umständen sehr weit von ihm entfernt, und Nummer Drei wiederum in einer ganz anderen Richtung. Befinden sich auf einem Grundstück mehrere Gebäude, was die Regel ist, dann tragen sie dieselbe Nummer. Die Großstädte sind in Distrikte unterteilt, sogenannte ku, in denen die Häuserblocks ebenfalls numeriert sind - ein System ist allerdings nicht zu erkennen, und die Zahlen wiederholen sich außerdem auch noch mehrfach. Um die Verwirrung komplett zu machen, werden die Häuserblocks, die sogenannten chôme, in der Regel von namenlosen Alleen durchschnitten, die dicht von Häusern gesäumt sind, und nach einem dieser Häuser sucht möglicherweise Ihr Taxifahrer.
Der Fahrer ist jedoch nicht ganz ohne Hilfsmittel, und das ist für ihn die Polizei. Wer Tökyö besucht, dürfte verblüfft sein angesichts der Anarchie, die den Verkehr dieser Stadt zu bestimmen scheint, denn Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer scheinen ganz sich selbst überlassen zu sein. Die Polizeibeamten bleiben in ihren kleinen Kiosken und warten höflich darauf, daß einer von ihnen sich verirrt. Es gibt mehr als 1.200 dieser kleinen Polizeistationen an den Straßenecken von Tökyö. Sie sind mit einem Verzeichnis aller Wohn- und Geschäftshäuser in ihrem Bezirk ausgestattet. Die Beamten sind nur zu gern zu Diensten, und sei es auch nur, um zu beweisen, daß das banchi in einem Land, in dem sich so viele Menschen so weiug verfügbaren Grund und Boden teilen müssen, das beste nur denkbare Ordnungprinzip ist, um einen ÜberbUck über die Immobilienlage zu behalten. Postbeamte und Handelsvertreter mögen da anderer Meinung sein, aber dieses System ist bereits Tausende von Jahren alt, und niemand erwartet, daß es sich in absehbarer