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ANSTELLE EINER EINLEITUNG: ZWEIMAL JAPAN GLEICHZEITIG Man kann jahrelang in Japan leben, ohne es ganz kennenzulernen. Von Kyushu nach Hokkaido bietet es der Neugier des Europáers mehr Gegensátze als irgendein anderes Land. Man kann sich zum Beispiel den Graben nicht vorstellen, der das Ritual der Zubereitung einer Tassé Tee von dem Kampf trennt, der von Spitzeningenieuren in die Wege geleitet wird, einem Computer die Konstruktionsformel eines Riesenfrachters zu entreissen, der fünfhunderttausend Tonnen Pétről transportiert. Vielleicht gibt es ein einheitliches, innerliches und tiefes Japan, aber dieses zeigt sich dem Besucher kaum. Was der letztere von dem ein wenig márchenhaften, ein wenig mythischen Land erfáhrt, das sind Masken. Sie verbergen so verschiedenartige Wirklichkeiten, dass ich zehn verschiedene, ja, einander sogar entgegengesetzte Bücher über Japan schreiben könnte. Einige davon würden seinen Zauber und seine Verlockungen beschreiben, andere aber den aussergewöhnlichen Stolz. Ferner die Kleinlichkeit bestimmter Reaktionen. Zauberhaftes und Unertrágliches, Anziehendes und Verabscheuungswürdiges. In dem vorliegenden Buch, das sich auf die Vergangenheit stützt, um besser in die Zukunft hinüberspringen zu können, habe ich die Seiten in die beiden Blöcke der Bewunderung und der Erbitterung aufgeteilt, doch habe ich dem erstern Gefühl den guten Anteil vorbehalten, weil Japan uns, in einem Leben voller Getöse und Sorgen, die Alternative des Láchelns und der Freundlichkeit seiner Frauen darbietet. Und dann eine aussergewöhnliche Selbstbeherrschung. An jeder Strassenecke zeigt Japan gleichzeitig seine Vergangenheit und seine Zukunft. Die Gegenwart aber kommt recht karg zum Ausdruck und reizt einen oft. Die Tageszeitungen machen es sich zur Aufgabe, die Komödien und Tragödien des Alltages aufzuzeigen.