Bővebb ismertető
Vorwort zur i. Auflage
Wer geistige Vorgänge erfassen will, muß ihre Heimat kennen. So ist für die Erfassung der Anfänge des Christentums eine Kenntnis des zeitgenössischen Palästina unentbehrlich. Bisher hat man im Rahmen der neutestamentlichen Zeitgeschichte den Hauptwert auf Untersuchungen der politischen und religiösen Zustände und Anschauungen gelegt. Aber ebenso wichtig ist die Kenntnis der übrigen kulturellen Verhältnisse.
Wir besitzen noch keine Kulturgeschichte des Palästina der Z&it Jesu. Die vorliegende Arbeit will eine Vorarbeit sein, indem sie die kulturellen Verhältnisse der Hauptstadt Jerusalem untersucht. Mit Jerusalem zu beginnen, empfahl sich bei seiner überragenden Bedeutung für das Heilige Land. Aber auch hinsichtlich der Quellen war es das Gegebene: Jerusalem hörte nach 70 p. auf, die jüdische Hauptstadt zu sein; nach dem Aufstand der Juden unter Hadrian wurde ihnen sogar das Betreten der Stadt bei Todesstrafe verboten (ca. 135 p.). Daraus ergibt sich ein fester terminus ad quem: fast überall da, wo innerhalb der rabbinischen Literatur von Jerusalem und vor allem da, wo vom Tempel die Rede ist, ist Jerusalem vor 70 p. gemeint. Unser Thema hat also den Vorteil, daß es uns die ältesten Bestandteile der rabbinischen Tradition an die Hand gibt.
Entscheidende Anregung für meine Arbeit habe ich in und seit den fünf Jahren, die ich in Jerusalem sein durfte, meinem Vater zu verdanken. Während meines Studiums hat mich mein verehrter Lehrer, Herr Professor D. Dr. Leipoldt, zur Arbeit an der Geschichte des neutestamentlichen Zeitalters angeregt. Ihnen beiden sei diese Schrift ein Zeichen meines Dankes.
Hermhut, 1923
Vorwort zur 2. Auflage
Da die vorliegende Arbeit seit langem vergriffen war und die Nachfrage, auch aus dem Ausland, anhielt, habe ich einem Neudruck gern zugestimmt. Der stehende Satz ist an einigen Stellen berichtigt worden.
Göttingen, den 2. Juni 1958
Joachim Jeremias