Bővebb ismertető
SCHÖNES KÄRNTENVON HERBERT STRUTZAuf der Landkarte gleicht die Gestalt Kärntens einem langgestreckten Laubblatt, dessen Rippe die Drau bildet. Alle Flüsse des Landes, die ihr zuströmen, tragen das Blatt bis zu seinen hochgekrümmten Rändern auf ihrem weit veräderten Netz, während es selbst wie von Tautropfen übersprüht zu sein scheint: es sind die Seen, die da und dort auffunkeln; Augen des Himmels, die Österreichs südlichste Erde tränken; leuchtende Perlen, aus denen das Land widerstrahlt.Es gibt aber auch andere Bilder für Kärnten: ein Dichter hat das Land mit einer aufgebrochenen Nuß verglichen; ein zweiter mit einer Muschel, aus der das ganze Osterreich orphisch tönt. Und wahrhaftig: hier scheint wirklich die ganze Schönheit des donau-alpenländischen Raumes wie in einem Kristall gesammelt zu sein. Zwischen dem machtvollen Urgestein der Tauern im Norden, dem schweren Wall der Koralpe im Osten, dem Kalkglanz der zerschründeten Karawanken und der Karnischen Alpen im Süden und dem von den Lienzer Dolomiten berührten Westen erstrecken sich Gebirgs- und Talräume, deren vielfältige Bilder die Ubergänge des Nordens zum Süden zu einer Einheit verschmelzen, in der an der Grenze hin wohl Spuren der slawischen und romanischen Nachbarschaft fühlbar sind, die aber die Eigenart des typisch österreichischen Landeswesens nur noch deutlicher geprägt haben.Jahrhundertealte Funde weisen auf eine frühe germanische Besiedlung Kärntens hin, auf dessen Boden ein keltisches Königreich bestand, das unter Kaiser Augustus als Provinz Norikum dem römischen Weltreich einverleibt wurde. An die Kelten erinnert noch heute die eigenartige Haube der Gailtaler Tracht. Nach der Römerzeit gehörte das Land abwechselnd zum Reich der Ostgoten, der Franken und der Langobarden. Als dann, von den Awaren gestoßen, die Slawen in das germanische Siedlungsgebiet eindrangen, stellten sich ihnen die Bayern entgegen und verjagten um das Jahr 750 die Awaren. Seither bestimmte vorzüglich der Norden die Geschicke Kärntens, dessen römisch-keltische Restbevölkerung bald im mächtigen Blutstrom der nun in verstärktem Maße zuziehenden Germanen unterging, denen sich ein geringer Teil der von den Awaren in einige Randgebiete gedrängten Slowenen gesellte. Im Jahre 976 trennte Kaiser Otto II. das Land Karantanien von Bayern, das als Herzogtum seit 1077 von den Eppensteinern und