Bővebb ismertető
Das klassische Athén scheint für jedermann ein feststehender Begriff zu sein. Oft wird es auch als das klassische Griechenland verstanden. Das hat insofern eine gewisse Berechtigung, als Athén tatsachlich auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung eine hervorragende Stellung einnahm. Aber Athén ist unter den griechischen Poleis eben auch eine Ausnahme auf Grund seiner progressiven Rolle gewesen. Für keine andere griechische Polis ist ein so umfangreiches Quellenmaterial vorhanden wie für das klassische Athén. Wir verstehen darunter die Polis Athén in ihrer Blütezeit im 5. Jahrhundert v. u. Z* Klassik bezeichnet dabei den Höhepunkt der Errungenschaften dieser Polis, der progressivsten Form des Staates im Altertum. Das beinhaltet die Leistungen seiner Bürger in politischer, ökonomischer, kultureller, sozialer Hinsicht. Ermöglicht wurden diese durch die Polisdemokratie klassischer Prágung, die nichts anderes ist als die gesamtgesellschaftliche Produktivitát der athenischen Bürgergemeinde zu dieser Zeit. Die Leistungen und Grenzen der antiken Polisdemokratie sind nur zu begreifen im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Entwicklung, der Entwicklung der antiken Produktionsweise, der Stadt als Zentrum der Warenproduktion und des Austausches, der Sklaverei sowie der Ausbeutung der Nichtbürger. Die demokratische Polis versuchte, die sozialen Gegensatze mit wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Mitteln abzuschwáchen und auszugleichen und die Interessen des Gemeinwesens, der Bürgergemeinschaft, zu betonen. Die Blüte der Polis beruhte auf einem zeitweiligen Ausgleich der gesellschaftlichen Kráfte. Von Bedeutung ist die Rolle der Stadt als Markt, als politischer und kultureller Mittelpunkt des ihr zugehörigen Gebietes. Der Gegensatz von Stadt und Land beginnt sich herauszubilden. Dabei herrscht das stádtische Element vor. Es wird zum entscheidenden Tráger der antiken Produktionsweise. Die daraus resultierende Dynamik der gesellschaftlichen Entwicklung ist auf allén Gebieten in seiner neuen, eben klassischen Qualitát erkennbar. Den Zeitgenossen wurde die gesellschaftliche Umwálzung, mit der die Errungenschaften der Polis aufs engste verknüpft waren, durchaus bewufit. So entstand eine Geschichtsschreibung, die sich von der mythischen Auffassung des Weltgeschehens schrittweise trennte. Herodot hatte sie begriindet. Mit dem Werk des Thukydides, in dem er den Peloponnesischen Krieg analysierte, erreichte sie ihren unbestrittenen Höhepunkt.7