Bővebb ismertető
Einleitung
Am 24. August 1991, nach dem Scheitern des Moskauer Putsches, erklärte das ukrainische Parlament die Unabhängigkeit der Ukraine. Am 1. Dezember 1991 sprachen sich in einer Volksabstimmung 90 Prozent der Bevölkerung der Ukraine für die Unabhängigkeit aus. Der Abfall der Ukraine, der nach ihrer Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft hinter der Russischen Föderation wichtigsten Republik, versetzte der Sowjetunion den Todesstoß. Noch im selben Monat wurde die UdSSR aufgelöst und durch die lose Gemeinschaft unabhängiger Staaten ersetzt.
Die Ukraine, der hinter Rußland zweitgrößte Staat Europas, wurde mit ihrem Eintritt in die europäische Staatenwelt also gleich zu einem wichtigen politischen Akteur: Nicht nur der Untergang der Sowjetunion geht zu einem beträchtlichen Teil auf ihr Konto, sondern auch der Charakter der G.U.S. als loser Staatenbund wird bis heute wesentlich von der Ukraine bestimmt. Zwar vollzieht sich die Staatsbildung unter großen Schwierigkeiten, doch muß mit der Ukraine, die mit über 52 Millionen fast so viele Einwohner hat wie Großbritannien oder Frankreich, künftig gerechnet werden.
Das plötzliche Auftreten der Ukraine in der europäischen Politik kam für den Westen überraschend. Man hatte das große Land im Südwesten der Sowjetunion während Jahrzehnten kaum wahrgenommen. Die über 45 Millionen ethnischen Ukrainer, die an Bevölkerungszahl unter den europäischen Nationen hinter Russen, Deutschen, Briten, Franzosen und Italienern an sechster Stelle stehen, wurden in der Regel als regionale Sondergruppe der Russen betrachtet. Im öffentlichen Bewußtsein, in Medien, Politik und Wissenschaft waren die Ukrainer und ihr Land kaum präsent. Das gilt auch für die ukrainische Geschichte, die in Mittel- und Westeuropa als Gegenstand von Forschung und Lehre nur ein bescheidenes Dasein fristet.