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Otto L i n c kKLOSTER MAULBRONNDas Kloster Maulbronn ist das besterhaltene mittelalterliche Mönchskloster Deutschlands, gleichermaßen bedeutsam als einzigartiges Gesamtdenkmal einer mittelalterlichen Ordensniederlassung überhaupt und zisterziensischer Prägung im besonderen, wie als Stätte höchster Bauschöpfungen aus der wohl spannendsten Phase unserer mittelalterlichen Baukunst.Als sich im Jahr 1147 die grauen Mönche", wie die Zisterzienser nach ihrer Tracht auch genannt wurden, in dem engen Keupertale der Salzach niederließen, lag die Gegend noch wüst und wild. Doch war es gerade Brauch dieses strengen Reformordens, der sich im Gegensatz zu den älteren Benediktinern wieder schroff von der Welt und ihren Verflechtungen abwandte, einsame Täler aufzusuchen. Im Schwung der jungen Bewegung wuchs die Niederlassung, die zu den frühesten Gründungen der Zisterzienser in Deutschland gehört, rasch heran: Um 1178 war das Kernstück, die Kirche zur hl. Maria, vollendet, das zweitwichtigste Glied der geistlichen Siedlung, das hufeisenförmig um einen offenen Binnenhof an die Nordseite der Kirche angefügte Haus der Mönche, das Konventsgebäude, in Angriff genommen; schließlich umzog die ganze weitläufige Anlage eine starke Befestigung mit Türmen und Toren, so daß das Kloster als Ganzes heute noch wie ein wehrhaftes Städtchen anzusehen ist.Die auf dem Lande liegenden Klöster des frühen und hohen Mittelalters waren selbständige Wirtschaftskörper; im besonderen Maß gilt dies für die Niederlassungen der Zisterzienser, die regelmäßig über einen sehr großen landwirtschaftlichen Eigenbesitz verfügten und für dessen Bewirtschaftung der herkömmlichen, aus Abt, Vollmönchen und Novizen bestehenden klösterlichen Familie ein weiteres Glied, die Laienbrüder" oder Konversen, eingefügt hatten. Sehr klar ist der sonst in alten Klosterorten meist verwischte wirtschaftliche Teil in Maulbronn heute noch zu erkennen; übersichtlich ist der einstige Klosterbereich noch in die seit der Festigung des abendländischen Mönchstums durch Benedikt üblichen drei Bezirke des Norm gewordenen mittelalterlichen Klosterbautyps, der sog. klaustralen Anlage", aufgeteilt: Ein starkes Drittel nimmt im Westen der große Wirtschaftshof ein, ungefähr in der Mitte bildet das aus Kirche und Mönchshaus zusammengesetzte innere Kloster, die sog. Klausur", den eigentlichen Schwerpunkt, im Osten schließt ein stiller Bezirk" ab. Als Ganzes gesehen ist das Kloster Maulbronn, wie alle mittelalterlichen Gemeinschaftsbauten, kein einheitlicher Baukörper, sondern, dem Baugefühl der Zeit entsprechend, ein organisch gegliedertes, abgestuftes Nebeneinander, in dem jeder Teil mit Sicherheit seinen zukommenden Platz, Maßstab und seine gemäße künstlerische Betonung hat.