Bővebb ismertető
VORWORTAndalusien ist das Land, wo der Lohn für den, der sich dort aufhält oder dorthin reist, hinterlegt ist so schrieb bereits im 14. Jh. der berühmte arabische Forschungsreisende Ibn Battuta, der große Teile der damals bekannten Welt auf ausgedehnten Reisen kennengelernt hatte. Dieser Satz stimmt noch heute. Wer mit dem Auto, der Bahn oder, bequemer, dem Flugzeug bis an diesen südlichen Zipfel Europas kommt, wird immer belohnt werden durch herrliche Naturschönheiten, dort, wo ein glühendheißer, regenarmer Küstenstreifen direkt vor dem höchsten Gebirge ganz Spaniens, der schneebedeckten Sierra Nevada, liegt; dort, wo bizarre Felsen sich über Schluchten aufbauen, wo Zonen mit Eis und Schnee, Steppen, ja wüstenähnliche Gebiete sich hinunterziehen zu einer mediterranen Landschaft. An die Atlantikküste mit Huelva und Cádiz schließt sich bei Gibraltar die Costa del Sol mit Málaga und Almeria an. Noch 1930 gab es an der ganzen Küste kein einziges Hotel. Heute sind große Gebiete dem Fremdenverkehr erschlossen. Dort reiht sich neben den mittelalteriichen Hafenstädten Hotel an Hotel, Hochhaus an Hochhaus. Dahinter, im aufsteigenden Bergland, drängen sich armselige Dörfer zwischen die Felsenwände. Äußerst karg ist das Land, dort aber, wo es künstlich bewässert wird, sprießt und gedeiht alles. Wenn Spanien ein Land der Gegensätze ist, so ist es dies besonders - wie viele meinen - in seiner schönsten, reizvollsten Region: Andalusien.Besiedelt wurde das Land vermutíich zuerst von Afrika aus. Wahrscheinlich während des Neolithikums wanderten die Iberer ein, Phönizier, Kelten und Griechen folgten. Ungefähr 600 v.Chr. kamen die Karthager, die ihrerseits 201 v.Chr. von den Römern aus Spanien vertrieben wurden. Als älteste Baudenkmäler hat Andalusien Megalithgräber, sog. Dolmen, erhalten. Von den Griechen sind nur mehr einige Skulpturen in den Museen zu bewundem. Von den Römern jedoch verblieben bedeutende Zeugnisse ihrer Baukunst, so in Itálica bei Sevilla. Aus der Zeit der Völkerwanderung ist nur wenig vorhanden. 711 n.Chr. jedoch hatten die von Nordafrika nach Spanien eingedrungenen Mauren den westgotischen König Roderich am Rio Guadalete besiegt, und 756 entstand in Córdoba ein selbständiges Emirat unter Abd ar Rahman I. Seither entfaltete sich im ganzen Land die maurische Kultur, die mit all ihrer Pracht in der ehemaligen Moschee von Córdoba und der Alhambra in Granada, die 500 Jahre später entstand, zu bewundem ist. Erst 1236 eroberten die Christen nach endlosen Kämpfen Córdoba, 1248 Sevilla und 1263 Cádiz. Nach einem erneuten, 11 Jahre dauemden Krieg rangen sie 1487 Málaga und schließlich 1492 Granada den Mauren ab.Vom 13. bis zum 16. Jh. hatte sich aus einer Verschmelzung von Elementen maurischer und christlicher Baukunst der sogenannte Mudéjarstil entwickelt, der im Alcázar in Sevilla einen Höhepunkt fand. Daneben sind in Andalusien gotische Stilelemente erhalten, in ihrer bestechendsten Form in der Kathedrale von Sevilla z.B. oder in der Königlichen Kapelle in Granada. Von Karl V. bis zum Spanischen Erbfolgekrieg (1700-46) galt Spanien als Großmacht, wodurch auch die Kultur weltweiten Einflüssen, z. B. der italienischen Renaissance, offenstand, zugleich jedoch sich wieder typisch spanische, ganz eigenständige Stile herausbildeten, so der platereske, der an Profanbauten und Kirchen wie der Kathedrale in Granada, mit Figuren und Omamenten reich geschmückte Fassaden hinteriieß. Der Barock brachte mit den spanischen Malern Ribalta, Ribera und Velázquez, der 1599 in Sevilla geboren wurde, Zurbarán, der Hofmaler in Sevilla war, und dem Hauptvertreter der Sevillaner Malschule, Murillo, eine kulturelle Kulmination, der in der Dichtkunst Cervantes mit seinem Don Quijote, der Gelehrte und spätere Priester Góngora aus Córdoba, der mit dem Gongorismus die typisch spanische Barockdichtung begründete, und schließlich Calderón de la Barca entsprachen. Eine Kunst, deren Themen streng von der katholischen Kirche diktiert