Bővebb ismertető
Eines scheint In Köln jedenfalls kein Problem: die Orientierung. Sieht man den Dom vor sich, so fuhrt der Weg ins Zentrum. Spürt man ihn im Rücken, so verläßt man die Stadt, - und glücklich der, der dann gerade eine der ehemaligen Römerstraßen erwischt: Dann geht es immer geradeaus. Schnurgerade bauten die Römer ihre Straßen, die sternförmig nach Süden bzw. in die nördlichen Provinzen ausstrahlten. Die Römer brauchten sich bei der Anlage der „Colonia Agrippinensis" mit ihrem nahezu rechtwinkligen Grundriß noch nicht um den eleganten Doppelbogen des Rheins zu kümmern, an den sich Köln heute schmiegt.
Im Mittelpunkt der wachsenden Großstadt: der Dom. Verkehrsreiche Ringstraßen im Verlauf mittelalterlicher Befestigungsanlagen begrenzen das Straßengewirr der Innenstadt. Hier wurde im letzten Krieg fast alles zerstört, und die Restauration gelang nur mühsam. Aufgebaut wurde nach den Notwendigkelten des wiederenvachenden Lebens - dabei schenkte man den Resten des historischen Stadtkerns zunächst nicht allzuviel Aufmerksamkeit.
Dem arbeiteten die städtischen Denkmalpfleger im Laufe der Jahre mit immer mehr Erfolg entgegen. Historische Gebäude konnten nicht mehr nach Gutdünken abgerissen werden, stilgerechte Renovierung von Fassaden wurde oft zur unumgänglichen Auflage gemacht. Der größte Erfolg der Konservatoren ist die weitgehende Wiederherstellung der Romanischen Kirchen. Sie gehören wieder zu den Prunkstücken im Bild der Stadt, - einem Bild, über das ansonsten recht gegensätzliche Ansichten bestehen aus vielerlei Blickwinkeln, unabhängig ob nun von Einheimischen oder Fremden. So beschreibt es ein Köln-Spezialist, der Dominikanerpater Paul Eckert: „Köln ist eine faszinierende Stadt. Sie lädt zum Lob ein und fordert zugleich zum Widerspruch heraus. Sie ist hochgepriesen und bitter getadelt worden."
Köln zu fotografieren ist - touristisch gesehen—einfach und auch lohnend. Dom von unten. 509 Stufen den Südturm hinauf: Köln von oben mit Dachreiter im Anschnitt. Dann rüber zum rechten Rheinufer: mittelalterliches Köln-Panorama mit Fluß und Dom. Der Dom ist immer dabei und erspart als weltbekanntes Markenzeichen die Ortsangabe in der Bildunterschrift.
Um den Dom herum überwiegen die Touristen; die nahen Geschäftsstraßen im Fußgängerbereich Hohe Straße / Schildergasse sind voller quirligen Lebens. Dafür ist Ruhe eingekehrt in die Altstadt um die romanische Kirche Groß St Martin. Hier fällt es dem empfindsamen Reisenden etwas leichter, sein typisches Kölnbild zu finden. Der Autoverkehr ist in einen Tunnel verbannt, das Quartier durch eine Gartenlandschaft mit dem Rhein verbunden. Im alten Stil wiederaufgebaute Häuser aus dem 14. bis 18. Jahrhundert, Kneipen und weiße Passagierschiffe am Rheinufer - ein lohnendes Motiv. Doch stimmt der Blickwinkel, fehlt die Sonne; und das tolle Ereignis ist erst in vierzehn Tagen. Zwar ist das Wetter in Köln auch nicht schlechter als woanders, nur wer Pech hat, steht schon mal eine Woche im Regen und betrachtet überrascht das reizvolle Foto im Prospekt
Das hat dann ein Fotograf gemacht. Rund ums Jahr ist er den wechselnden Lichtver-hältinissen gefolgt, hat die sich ändernde Vegetation beobachtet und geplante Motive und Situationen im typischen und wirkungsvollen Augenblick „auf die Platte gebannt", - häufig erst nach mehreren Anläufen.
Aus Zufälligkelten werden dann manchmal Ansichten -aber eben doch nicht ganz zufällig.