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KOLOZSVÁR IN DER UNGARISCHEN GESCHICHTE
Von LADISLAUS MAKKAI
Siebenbürgens größte Stadt, Kolozsvár, liegt in der Nordhälfte dieses Landesteiles, am Fuße der nordöstlichen Ausläufer der Gyaluer Alpen. Sie breitet sich aus, wo die letzten Ausläufer dieses Gebirgszuges, die Hügelreihen an beiden Ufern der Kleinen Szamos, sich zum letzten Male zu einem Tor zusammenschließen, um dann in der »buckligen Welt« der Mezőség zu verschwinden. Die mächtigen Buchen- und Eichenwälder, deren Spuren an den Hängen der «ich zu beiden Seiten des Szamostales hinziehenden Hügel auch heute noch zu sehen sind und der sich auf beiden Ufern ausbreitenden Stadt einen prachtvollen Rahmen verleihen, reichten einst bis an die Stadt heran.
Ihr windiges und rauhes Klima hat schon vor Jahrhunderten Georg Felvinczi, ein Sohn Kolozsvárs, in einem Spottlied besungen. Oft liegt der Schnee auch noch im März auf den Höhen der Berge und der unerwartet hereinbrechende Frühling verwandelt hin und wieder die Szamos samt ihrem Nebenfluß, der Nádas,"in einen reißenden Wildbach, der die tiefliegenden Stadtteile unter Wasser setzt. Auch der Sommer beginnt ohne Übergang und ist kurz. Mag es auch ab und zu heiße Sommertage geben, -die Luft kühlt abends wieder ab. Kolozsvárs schönste Jahreszeit ist der Herbst; seine iuch noch bis in den Oktober hinein warmstrahlende Sonne bringt Wein und Obst zur Reife.
An der Grenze von Gebirge und Kulturland, am Schnittpunkt zweier Wirt-schaftskulturen, war Kolozsvárs geographische Lage schon von altersher bedeutend, wovon die in seiner nächsten Umgebung und oft auch die in seinem Weichbild erschlossenen archäologischen Funde, die von der jüngeren Steinzeit bis zum Erscheinen der Ungarn in ungebrochener Linie fortdauern, Zeugnis ablegen. Zu Beginn unserer Zeitrechnung dürfte hier bereits die dakische Siedlung Napoca gestanden haben, die nach der Eroberung Siebenbürgens, des damaligen Dakiens, durch die Römer (im Jahre io6 n. Chr.) zunächst das munkipium erhielt und später zu einer colonia erhoben wurde. Auf eine schnelle Entwicklung und große Bedeutung weisen die jömischen Meilensteine hin, die aus den Jahren um io8 bis 109 datiert sind. Die rö-