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ie ungarische Sonne bescheint wieder das ungarische Kolozsvár. Die kühle, zuweilen grimmig-kalte Nacht wird nur langsam von der Morgendämmerung abgelöst; Nebelschwaden lagern über der uralten Stadt, die nur allmählich erwacht, gleichsam frierend und ungläubig, bis der alte Turmhelm der Sankt Michaels-Kirche von den aufgehenden Sonnenstrahlen wieder beleuchtet wird.
Eine bunte Vielfältigkeit erschliesst sich dem erwachenden Lichte, Alte Steinmauern von geschichtlicher Vergangenheit und ehrwürdiger Patina sind noch verwitterter, vernachlässigter und baufälliger geworden, doch auch manches Neue wird sichtbar; seltsame, fremde Gestaltungen, die würfelförmigen Neubauten der vorwärtsdrängenden Zeit, die wie Lederriemen und Rei'ssverschlüsse auf golddurchwirktem Brokatgewande anmuten. Dies ist das Missgeschick jener Städte, deren historische und künstlerische Vergangenheit zu einer Einheit verschmolzen ist; das Leben bleibt nicht stehen und stürmt weiter, zerstört das Alte und errichtet Neues. Dieser Vorgang wurde hier noch durch die auf ein falsches Geleise gefahrene Geschichte beschleunigt. Denn die Herren der nahen Vergangenheit hatten diese Stadt und ihre heiligen Steine nicht geliebt — obwohl sie bemüht waren, dies zu verbergen — wurden sie doch dauernd daran erinnert, dass ihnen hier alles fremd sei und sie nichts mit ihr gemein haben. Später fassten sie dann Mut, griffen