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Vorwort von Pavlos Tzermias Der griechische Dichter Ilias Venezis scMdert in seinem Román Áolische Erde das Schicksal eines geláhmten Schotten, der einen tiefen Hang zu Abenteuern, Reisen und schwierigen Situationen im Leben hatte: Da sie keinen anderen Ausweg fand, stürzte sich diese unbezáhmbare Kraft auf die Bücher, Reiseberichte, Korsarengeschichten, denkwiirdige Beschreibungen fremder Lánder, Tagebücher von Entdeckem. Der geláhmte Herr lernte allmáhlich in fremden Geschichten wie in seinen eigenen zu leben. Eines Tages, erzáhlt...
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Vorwort von Pavlos Tzermias Der griechische Dichter Ilias Venezis scMdert in seinem Román Áolische Erde das Schicksal eines geláhmten Schotten, der einen tiefen Hang zu Abenteuern, Reisen und schwierigen Situationen im Leben hatte: Da sie keinen anderen Ausweg fand, stürzte sich diese unbezáhmbare Kraft auf die Bücher, Reiseberichte, Korsarengeschichten, denkwiirdige Beschreibungen fremder Lánder, Tagebücher von Entdeckem. Der geláhmte Herr lernte allmáhlich in fremden Geschichten wie in seinen eigenen zu leben. Eines Tages, erzáhlt Venezis, gelangte jener Mensch nach Griechenland, und als er in die Gegend der Götter und der Satyrn, in das Land der Nacktheit und der HimmeJsbláue kam, konnte er von dort nicht mehr loskommen. Er hatte so viele Ozeane bereist und konnte sich von allén Gegenden trennen, die er besucht hatte. Weil sie alle etwas hatten, das nicht vollstándig, nicht vollkommen war. Aber Griechenland lieŰ keinen Raum zu unerfüllter Sehnsucht. Griechenland selbst war die Erfüllung. Griechenland ist die Erfüllung für Tausende und aber Tausende von Menschen, die es im Geiste oder tatsáchlich besuchen. Im Zugé der Wiedergeburt der Antike und des Klassizismus wurde die geistige Pilgerschaft nach Hellas geradezu zum Inbegriff europáischen, ja in gewissem Sinne sogar universellen Selbstverstándnisses. Spater kam der Massentourismus. Er bot und bietet vielen Menschen die Gelegenheit, Griechenland zu erieben. Doch trotz Erfüllung der Sehnsucht bleibt Griechenland manchem auslándischen Betrachter in vielfacher Hinsicht unbekannt. Das Land der Griechen ist zu multidimensional und zu komplex, um gleichsam auf einmal erfal3t zu werden. Als der Artemis Verlag mit der Anregung an mich gelangte, den Textteil für den vorliegenden Büdband zu übernehmen, insbesondere vier Beitráge (die Antiké - das Meer - das Land - die Gegenwart) zu verfassen und auch eine Bibliographie beizusteuern, kam ich daher dem Anliegen gerne nach. Das Unterfangen ist nicht nur sinnvoll, sondern unter einem bestimmten Gesichtspunkt sogar dringend notwendig: Es bietet dem Textautor die Gelegenheit, auf Grund der vorgegebenen Auswahl der aussagekráftigen Aufnahmen des Photographen Michael Ruetz und der entsprechenden Gliederung des Bandes die vielschichtige und polyvalente Thematik unter gewissen neuen Aspekten zu behandeln und in manchem Punkt den Akzent anders zu setzen, als dies sonst üblich ist. Das heutige Land der Griechen verdankt seine Eigenstaatlichkeit gewifí in erster Linie den eigenen Anstrengungen. Doch zur Erlangung der Unabhángigkeit des neugriechischen Staates habén auch die Philhellenen einen wichtigen Beitrag geleistet. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Humanisten, die im modernen Griechenland das alte Hellas erblickten. Gerade dies wurde allerdings den Neugriechen mit der Zeit in vielen Hinsichten zum Verhángnis. Die Nachkommen der altén Hellenen fühlten sich gleichsam genötigt, sich als solche auszuweisen. Dies um so mehr, als der Anti-Philhellene Jákob Philipp Fallmerayer die Echtheit ihres Blutes in Abrede gestellt hatte. Die Würde der Antiké wurde somit zur Bürde der Gegenwart. Hellas erwies sich für Griechenland in mancher Hinsicht als Belastung. Dies erklárt, warum mancher Grieche heute gegenüber der hellenischen Antiké eine Art HaOliebe, wenn nicht sogar eine ikonoklastische Wut, empfindet. Jeder Stein ein Held, wo soll ich Armer stehen?, kann man in Versen der griechischen Lyrikerin Manto Aravantinou lesen. Das Streben nach Befreiung von der Vergangenheit - in den Augen der klassizisierenden Humanisten eine Hybris - nimmt gelegentlich das Ausmafl des Verlangens nach einer regelrechten Sáuberung des Landes von den Parthenones an. Es versteht sich daö im Zugé dieser Reaktion sogar das Verháltnis Neugriechenlands zum PhilheUenismus überS rüft wird. Die Tendenz, manchen Philhellenen als Abenteurer oder auslándischen Agenten zu betrachten,

Termékadatok

Cím: Land der Griechen [antikvár]
Szerző: Michael Ruetz Pavlos Tzermias
Kiadó: Buchclub Ex Libris
Kötés: Vászon
Méret: 300 mm x 310 mm
Michael Ruetz művei
Pavlos Tzermias művei
Bolti készlet  
Vélemény:
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