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„Die Insel Hiddensee haben wir in unser Herz geschlossen, und so verlebten wir unseren diesjährigen Urlaub wiederum auf diesem herrlichen Fleckchen Erde. Nicht nur die Sonne, der Sand und die Gräser, der Wind, das Meer und die Wolken wurden uns hier immer wieder zum Erlebnis, sondern auch die alten Fischerhäuser mit ihren lustigen Fenstern und ihren warmfarbigen Schilfdächern." Dies schrieb ich im Jahre 1952 anläßlich meines zweiten Inselaufenthaltes in das Gästebuch. Im Herbst 1953 habe ich Hiddensee ein drittes Mal aufgesucht. In diesen jedesmal kurzen Ferienwochen entstanden die Aufnahmen und Zeichnungen zum vorliegenden Buch.
Licht, Land und Wasser — oll das erlebt man auf der Insel unmittelbar, aber auch in einer nicht enden wollenden Vielzahl von Übergängen. Diesen Kreislauf, den wir Leben nennen, versuchte ich auf dem Film festzuhalten, nicht in dramatischen Bildern, auch nicht in Form eines Reiseberichtes.
Zwar habe ich den Menschen selbst nur sehr wenig fotografiert, wer aber zu schauen versteht, erkennt ihn dennoch ganz in seiner Hände Werk. Sein Wesen spiegelt Haus, Tür, Fenster, Hofen, Schiff, Gerät, der kleine Verschluß einer Stalltür, der Stahlreifen eines Rades, eine geschlämmte Hauswand oder die Schrift auf einem Grabstein. Doch auch die unberührten Naturschutzgebiete der Insel verdanken ihr Dasein der Fürsorge des Menschen.
Ins Bewußtsein gebracht wird all dies durch das Licht. Es war mein Material, das ich genutzt habe, um zum Ausdruck zu bringen, was ein kleiner, vom Wasser umgrenzter Flecken Erde uns geben kann an Schönem, Ernstem und Heiterem, an Besinn-.lichkeit und Belehrungen, an tiefer Freude.
„Uns kann es nicht anders als erfreulich und tröstend sein, die Natur als ein großes, in sich geschlossenes und sich selbst tragendes Ganzes zu sehen, in dessen unendlichen Ring auch unser Dasein mit einer ewigen und wohltätigen Notwendigkeit mit eingefaßt ist, und in dessen unermeßlichem Umlauf unsere kleinen Kreise mitwandeln . . Ernst Moritz Arndt