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Hernais
— da war immer schon das echte Wienertum zu Hause. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
„Fideles Hernais" — verklingende Schrammelmusik vom „höchsten Heurigen" und mitreißende Walzerklänge aus Vorstadt-Etablis-sements; Fiakerjargon und Volkssängermelodien; Weingärten-Idyllen und „Kalvarimarkt"-Trubel; Zinskasernen und Nobelvillen; Bas-sena-Romantik und Hinterhof-Verträumtheit . . .
Ein Vorort von Wien, eigenständig wie „d'Leut vom Grund" zwischen dem Frauenfeld und der „Lina" (wie man den Linienwall seinerzeit nannte), der vor nicht einmal hundert Jahren noch selbständig war und einen eigenen Bürgermeister hatte. Zusammen mit Dornbach und Neuwaldegg wurde Hernais erst in den letzten Jahren vor der Jahrhundertwende zu einem Bezirk der wachsenden Großstadt Wien — damals noch k.k. Haupt- und Residenzstadt: Nun lebten die Hernalser im „17. Hieb".
Liebenswertes Hernais — in den letzten 90 Jahren hat sich das Ortsbild sichtbar verändert. Altes mußte Neuem weichen. Das Leben wurde pulsierender, hektischer, und es vollzog sich die zeitgemäße Anpassung. Trotz allem bewahrte sich Hernais seine Eigenständigkeit und seinen Zauber — blieb liebenswert.
Die Geschichte von Hernais ist eng mit dem historischen Geschehen von Wien verbunden. Durch die Ereignisse der Reformation ging Hernais als protestantisches Zentrum in die kirchlichen An-nalen ein.