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Einführung: Löns, Land und LeuteHeidewege, sieben an der Zahl. Drüben im Grund hinter dem Wietzer Berg kommen sie wie ganz gute Freunde zusammen. Ein Wegweiser steht da, Deutschlands einziger mit sieben Armen. Und zur Manöverzeit herrscht rundumher reger Verkehr. Leutnants aus einer der zahlreichen Heidegarnisonen lassen sich, zunächst noch ohne Zaudern, in ihremjeep in eine der sieben Richtungen davonchauffieren, kommen nach fünf Minuten zurück, schauen verkniffen ins Kartenmaterial, versuchen es, links-zwo-drei-vier, mit einem anderen Weg und sind diesesmal schon nach drei Minuten wieder da.So leicht nämlich läßt einen die Heide nicht los. Und manchen schon hielt sie für immer fest. Wie den Hermann Moritz Friedrich Löns aus Kulm an der Weichsel, nach dem sogar bei uns im oberbayrischen Dorf, im Neubauviertel drüben, eine Straße benannt worden ist - so nur beweist sich Karriere, so nur nähert man sich literarischer Unsterblichkeit. Am 29. August 1866 wurde er als erstes von 14 Kindern geboren. Sein Urgroßvater, der Geheime Justiz- und Appellationsrat Moritz Bachmann, gab ein literarisches Jahrbuch heraus und war eng mit dem Dichter Freiligrath befreundet. In der Kramerschen Hofapotheke, die später seinem Großvater gehörte, hatte der Apothekergehilfe Friedrich Sertürner als 21jähriger das Morphium entdeckt, 1804. Vater Löns schließlich war Lehrer - und leidenschaftlicher Jäger; in seiner Begleitung schoß Hermann mit 14 schon den ersten Rehbock.Schon mit fünf, so kann man es nachlesen bei ihm, habe ihn eine Maus mehr interessiert als ein Stück Kuchen. Er sammelt: Käfer, Vögel, Vogelnester. Freunde bewundern sein Talent, Tier- und Vogelstimmen nachzuahmen. Er versteht sich aufs Vögelausstopfen, mit 16 Jahren stellt er eine Einordnung von 117 Vogelarten zusammen, die er im Landkreis beobachtet hat. Und als Primaner entdeckt er eine bislang unbekannte Schneckenart, die er nach der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff benennt.Naturwissenschaftliche und medizinische Studien in Münster und Greifswald freilich scheitern. Bei der Pfälzischen Presse in Kaiserslautern wird er 1891 Hilfsredakteur - Monatsgehalt: 60 Mark. In seiner Beurteilung steht später: Begabt, aber zum Trünke neigend.