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Am Abend des 26. Februar klingelt mein Telefon. Mein Freund Gudbjartur aus Reykjavik ist am anderen Ende der Leitung. Ein magisches Wort dringt in mein Ohr: Eruption! Michael, eruption on Hekla!Adrenalin wird freigesetzt. Die Naturgewalten auf Island lassen mich immer wieder am eigenen Leib erleben, wie winzig und unscheinbar die Spezies Mensch doch ist. Besonders Naturphänomene wie der Vulkanismus und seine Folgen verstärken diesen Eindruck noch. Sie sind beängstigend und doch auch faszinierend zugleich.Vor dem SchneesturmIch bin wie elektrisiert. Nac!i etwas mehr als neun Jahren hat der Drift der amerikanischen und eurasischen Kontinentalplatten den am meisten aktiven Vulkan Islands wieder aus seinem Schlummern geweckt. Während in früheren Jahrhunderten Ruhezeiten von hundert Jahren als normal galten, hatte sich der Vulkan zuletzt in den Jahren 1970, 1980, 1981 und 1991 weit häufiger, allerdings zum Glück auch nur kürzer und auch nur schwächer geöffnet.Dann überschlagen sich die Ereignisse. Am Sonntag packe ich mein Fotoequip-ment, Rucksack, Schlafsack und sonstige Ausrüstungsgegenstände zusammen. Ich telefoniere noch einige Male mit Gudbjartur. Wettervorhersage: ab Spätnachmittag Schneesturm. 1500 Isländer, die mit Kindr Lan trirSchönheit dieser einzigartigen Landschaft in sich ein.und Kegel auf der Flucht vor dem Vulkan unterwegs nach Reykjavik sind, werden davon überrascht und müssen in den Orten Hveragerdi und Selfoss übernachten. Turnhalle und Schulen werden zu Übernachtungsquartieren, jedes Privathaus nimmt gerne jemanden auf, und die Kinder haben am Montag schulfrei.Auf der Hauptverbindungsstraße Nummer eins geht inzwischen gar nichts mehrMeterhohe Schneeverevehungen. Schlechte Voraussetzungen für mich. Aber trotzdem sitze ich am Montagmorgen im Zug nach Frankfurt und mittags im Flieger nach Island. Sinkflug der Icelandair-Maschine kurz vor der Südküste Islands. Extreme Windböen schütteln die Passagiere durch, sind aber Routine für die erfahrenen Piloten der Boing 757. Scheinbar wehrt sich die Natur gegen das Eindringen des eisernen Vogels.Nur noch starker Wind. Das Wetter beruhigt sich. Tiefblauer Himmel kurz vor Sonnenuntergang. Ich bin zum Abendessen bei meinem Freund in Reykjavik. Er versorgt mich noch mit wichtigen Informationen über den Straßenzustand und mit der Wettervorhersage. Die Hauptstraße ist wieder frei, vermutlich aber nur für kurze Zeit, denn das nächste Sturmtief ist im Anzug.Schwarze Ascheich fahre in der Nacht noch los, um circa 40 Kilometer westlich des Vulkans auf einem Bauernhof zu übernachten, und komme gerade noch über den Pass Heliisheiöi, ehe dieser wegen Schneewehen wieder ge-