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IN MEMÓRIÁM FRITZ ARENS, 1912-1986 von Joachim GlatzVor zwanzig Jahren, am 13. November 1986, starb der bedeutende Mainzer Kunsthistoriker Prof. Dr. Fritz Arens. Sein umfangreiches wissenschafthches Werk', seine berufliche Tätigkeit in der Denkmalpflege, im Museum und als Universitätslehrer sind immer wieder zusammenfassend gewürdigt worden^. Zwei Festschriften wurden Fritz Arens gewidmet, zum 60. und zum 70. Geburtstag^. 1977 erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse und 1982 den päpstlichen Silvesterorden. Der Mainzer Altertumsverein ehrte ihn für seine Leistungen unter anderem als langjährigen Schriftleiter der Mainzer Zeitschrift und der Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz mit der Ludwig-Lindenschmit-Medaille. Bereits 1967 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt Bad Wimpfen verliehen", vergleichbare Auszeichnungen seiner Vaterstadt Mainz blieben bislang aus. 20 Jahre nach seinem Tod soll der Versuch unternommen werden, die außergewöhnliche Persönlichkeit von Fritz Arens, sein wissenschaftliches Werk, seine berufliche Tätigkeit und sein ehrenamtliches Engagement noch einmal in den Bück zu nehmen, um zu erinnern, vor allem aber auch um zu fragen, was hiervon geblieben und was daraus geworden ist. Fritz Viktor Arens wurde am 19. Oktober 1912 als Sohn des Weingutsbesitzers Ludwig Arens (1886-1959) und seiner Frau Katharina geb. Schneider (1885-1974) in Mainz geboren. Die schon früh ausgeprägte Neigung zur Kunstgeschichte war Arens von Seiten der Mutter gewissermaßen in die Wiege gelegt worden. Sie war eine Nichte des Prälaten Friedrich Schneider' (1836-1907), der sich unter anderem kunstwissenschaftlich betätigt und engagiert für die Erhaltung von Denkmälern eingesetzt hatte. Das Bindeglied zu Arens war, wie dieser selbst berichtete'', der kunstinteressierte Amts-gerichtsrat Dr. Fritz Schneider, ein Neffe des Prälaten, den der Schüler auf seinen täglichen Spaziergängen öfter begleiten musste. Spaziergänge, die natürlich zu Mainzer Bauten, den Römersteinen und auf den Friedhof führten. Dadurch entstand die Freude an diesem Wissenszweig. Arens besuchte das Alte Gymnasium, das heutige Rabanus Maurus Gymnasium. Schon damals legte er eine Kartei zu Mainzer Kunstdenkmälern an. Zusammen mit seinem Schulfreund und späteren Schwager Paul Keim gab er eine Zeitschrift mit dem Titel Histórica Moguntina heraus, die für 50 Pfennig verkauft wurde (Abb. 1). Die Doppelnummer II/III, in den Sommerferien 1927 erschienen, behandelte die Arbeiten am Mainzer Dom. Die handgeschriebenen Texte stammten von Arens, die Illustrationen von Keim.Weil er gar nicht anders konnte, studierte Arens nach dem Abitur 1931 - trotz deuthcher Warnungen wegen der schlechten beruflichen Perspektiven -Kunstgeschichte in München, Wien, Berlin und Bonn. Obwohl Arens sich durch das Studium durchhungern musste, war ihm ein längerer Studienaufenthalt in Italien möglich. Bei Paul Clemen (1866-1947) wurde er 1936 mit einer Dissertation über Das Werkmaß in der Baukunst des Mittelalters (8.-11. Jh.) promoviert. Mit Paul Clemen hatte Fritz Arens einen Doktorvater, der auch als Hochschullehrer den Bezug zur Praxis nie verloren hatte. Clemen war unter anderem der erste Kon-1Götz czymmek, Verzeichnis der Schriften von Fritz Arens. In: Mainzer Zeitschrift 67/68 (1972/73), S. IX-XII; Sigrid Duchhardt-Bösken, Verzeichnis der Schriften von Fritz Arens aus den Jahren 1972 bis 1986 und der von ihm betreuten Dissertationen. In: Mainzer Zeitschrift 82 (1987), S. 21-24. - Der wissenschaftliche Nachlass von Fritz Arens wird im Mainzer Dom-und Diözesanarchiv aufbewahrt.2Richard Hamann-MacLean, Glückwunschschreiben zum 60. Geburtstag. In: Mainzer Zeitschrift 67/68 (1972/73), s. VII (= Festschrift zum 60. Geburtstag von Fritz Arens. Mainz 1973); Helmut Mathy, Fritz Arens, Ein Mentor mittelrheinischer Kunstgeschichte und Motor im Mainzer Altertumsverein. In: Kunst und Kultur am Mittelrhein. Festschrift für Fritz Arens zum 70. Geburtstag, hg. von Joachim Glatz und Norbert Suhr. Worms 1982, S. 1-5; Helmut Mathy, Fritz Arens (1912-1986) - ein Mainzer Leben für Kunstgeschichte und Denkmalpflege. In: Mainzer Zeitschrift 82 (1987), S. 7-20.Nachrufe (Auswahl):Magnus Backes, Zum Tode von Fritz Viktor Arens. In: Deutsche Kunst und Denkmalpflege 1986, H. 2, S. 238f.; Cord Meckseper, Professor Dr. Fritz Arens t. In: Burgen und Schlösser 28 (1987), H. 2, S. 106; Otto Böcher, Fritz Arens (1912-1986). In: Der Wormsgau 14 (1982/86), S. 155-157 und in: Mainzer Zeitschrift 89 (1994), S. 191-194.3Vgl.Anm.2.4Feierstunde für Prof. Dr. Fritz Arens - Ehrenbürger der Stadt Bad Wimpfen. 28.10.1967. Texte der Reden. Bad Wimpfen 1967.5Anton Ph. Brück, Prälat Schneider und die Denkmalpflege. In: Ernst Neeb und das alte Mainz, Red. Walter Heist. Mainz 1981, S. 77-85.6Die folgenden Zitate sind einem unveröffentlichten Manuskript von Arens mit dem Titel: Denkmalpflege - Erinnerungen entnommen. Das Manuskript, das Arens nicht mehr abschließen konnte, entstand 1986 in seinem letzten Lebensjahr. Auf knapp 50 Seiten schildert er seine denkmalpflegerische Tätigkeit, insbesondere in den Nachkriegsjahren. Das Manuskript befindet sich im Eigentum des Verfassers dieses Beitrags.