Bővebb ismertető
Die Strömungen der Geschichte sind stárker und tiefer, als man gemeinhin anzunehmen geneigt ist. Von Henry Adams stammt die Bemerkung, daB die Welt sich standig beschleunige. Erst in den letzten Jahren habén wir erkannt, daB diese Beschleunigung besonders auf die Lánder Lateinamerikas übergegriffen hat - in denen nach unserem Wunschdenken noch immer Ebbe herrschte, obwohl wir die Flutwelle in Európa, Asien und Afrika wahrnahmen. Es ist bequemer, sich über die vertrauten Staaten Europas zu unterrichten oder über untergegangene Reiche, deren abgeschlossene Geschichte sich unserem betrachtenden Blick nicht entzieht, als sich mit dem Verstándnis der Gegenwart abzumühen. Aber politische und soziale Kráfte können ebenso plötzlich und unübersehbar in den Vordergrund treten, wie der Vulkán Paricutín im Jahre 1943 auf einer friedlichen Farm des Staates Michoacán in Mexikó die Erde durchbrach, um innerhalb weniger Jahre zu einem Berg auszuwachsen. Mexikó, eine Macht der Zukunft, steigt unter unseren Augen empor. Im Jahre 2000 wird es nach Schatzungen eine Bevölkerung von über 75 Millionen habén. Wenn Mexikó und die übrige Welt den nötigen Willen zeigen, kann das Land zu einer ungemein wertvollen Brücke zwischen den nördlichen und südlichen Völkerfamilien Amerikás werden. Mit diesem Buch erwirbt sich die Time-LifeBüCHER-Redaktion das Verdienst, dem bisher im allgemeinen nur dürftig unterrichteten Leser die Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft Mexikos anschaulich vor Augen zu führen. Wie das Buch darstellt, hat die geographische und geschichtliche Lage das Land mit ungeheuren Schwierigkeiten konfrontiert. Im gleichsam vulkanischen Ausbruch seines Nationalstolzes vermischen sich viele Sprachen und viele Völker. 150 Jahre nach der Loslösung von Spanien kámpft Mexikó noch immer um die Vollendung seiner Revolution und die Verschmelzung seiner verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu einer politischen und gesellschaftlichen Einheit. Johnsons Buch zeigt deutlich, daB Mexikó diese Ziele mit einer Regierungsform zu erreichen versucht, die nicht die unsere ist. Das Kapitel über die mexikanische Einparteien-Demokratie stellt klar, worin sich die Demokratie Mexikos von unserer eigenen unterscheidet. Jeder lateinamerikanische Staat bahnt sich seinen eigenen Weg in die Zukunft. Wollen wir uns unseres Führungsanspruchs in der westlichen Welt würdig erweisen, so steht es uns an, die Richtung, die sich diese Staaten selbst suchen, zu akzeptieren und nicht zu versuchen, sie in ein uns passendes Schema zu pressen. Wir dürfen nicht gleich in Panikstimmung geraten, wenn sie eigene Vorstellungen entwickeln. Fast vier Jahre lang habe ich mit meiner Frau und meinen zwei Kindern jeden Staat und jede Provinz Mexikos bereist und das Leben dort auf allén Ebenen kennengelernt. Wir spürten den Pulsschlag dieses liebenswerten Volkes - von einfachen, aber würdevollen campesinos bis zu führenden Politikern und selbstbewuBten, geistreichen Intellektuellen. Sie waren unsere Freunde; wir werden nicht aufhören, die ihren sein. Viva México! Róbert C. Hill Ehemaliger Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in Mexikó