Bővebb ismertető
Einleitung Erst der Umschwung von weltbürgerlicher zu nationalstaatlicher Orientierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ die Völker Europas ihre nationale Unschuld verlieren. Bis dahin war es für die Untertanen der herrschenden Geschlechter und Häuser von ziemlich untergeordneter Bedeutung, welcher Sprache sie sich bedienten und welcher Kultur und Tradition sie sich zuordneten. Dynastien und Staaten verfolgten ihre machtpolitischen Interessen unabhängig von ethnischen oder nationalen Kriterien. Der Wiener Kongreß 1815 muß als Versuch gesehen werden, den mit der französischen Revolution freigesetzten Geist der Freiheit und der Aufklärung ebenso wie das beginnende nationalstaatliche Denken wieder einzudämmen. Dementsprechend bestätigte der europäische Friedensschluß von Wien noch einmal die zuvor rund 1000 Jahre bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806 gültige Grenze zwischen Dänen und Deutschen an Eider und Levensau. Ungeachtet der unverbrüchlichen Zusammengehörigkeit der Herzogtümer Schleswig und Holstein wurde das Herzogtum Holstein Teil des neugegründeten deutschen Bundes, und das Herzogtum Schleswig blieb integrierter Bestandteil des dänischen Königreiches. Das erwachende Nationalgefühl auf deutscher und dänischer Seite führte aber schon bald zum Konflikt, der schließlich in den Kriegen von 1848 und 1864 kulminierte. Am Ende fanden sich die Schleswig-Holsteiner 1867 als Untertanen des preußischen Königs wieder: Schleswig-Holstein wurde preußische Provinz. Gab es zuvor das Problem einer deutschen Minderheit im dänischen Gesamtstaat, so gab es jetzt das Problem einer dänischen Minderheit in Preußen und ab 1871 damit zugleich im deutschen Kaiserreich. Da eine freie kulturell-sprachliche Entwicklung der dänischen Minderheit zunehmend verwehrt wurde, wuchsen die Konflikte mit den preußisch-deutschen Behörden. Der Zusammenbruch des deutschen Kaiserreiches am Ende des 1. Weltkriegs eröffnete den Dänen die willkommene Gelegenheit, über die im Versailler Vertrag festgelegte Volksabstimmung 1920 die Grenze zu Deutschland nach Süden zu verschieben. Seitdem gab es eine größere deutsche Minderheit im dänisch gewordenen Nordschleswig und eine kleinere dänische Minderheit in Südschleswig (nach heutigem deutschen Sprachgebrauch: Schleswig), das bei Deutschland verblieb. Eine beide Seiten wirklich befriedigende Minderheitenpolitik hat es danach in den 20er und 30er Jahren weder auf dänischer noch auf deutscher Seite gegeben, schon gar nicht nach dem Sieg der Nationalsozialisten und der Besetzung Dänemarks 1940. Der totale Zusammenbruch Deutschlands 1945 ließ die dänische Minderheit