Bővebb ismertető
Wie sehr ein Komitat in Ungarn auch das Ergebnis historischer Ent-wicklung sein mag, können wir es doch kaum als eine kunsthistori-sche Einheit ansehen, deren spezieller Charakter und selbstándige Entwicklung zu untersuchen wáren. Den Besonderheiten der unga-rischen Geschichte ist es zuzuschreiben, daB nicht einmal in der Epoche der Romanik in Ungarn kunstgeographische Einheiten ent-standen, wie sie z. B. in Frankreich oder Deutschland, ganz besonders aber in Italien zu fmden sind. Obgleich gerade ein Kennzeichen des romanischen Stils darin bestand, régiónál - sofern es sich um ökono-mische und politische Einheiten handelte - ein spezielles Antlitz an-zunehmen. Denken wir nur an die unterschiedlich geprágte Romanik von Burgund, der Grafschaft Toulouse oder der Normandie. Und welche Unterschiede finden sich in Deutschland zwischen den von Sachsen bewohnten Gebieten und der Rheingegend. Desglei-chen weicht die romanische Baukunst in der Lombardéi entschieden von der Mittelitaliens ab, deren Bauwerke nahezu Züge der Proto-renaissance tragen, und beide unterscheiden sich von der romanischen Baukunst Süditaliens, in der sich starke byzantinische Tradi-tionen mit normannischen und maurischen Einflüssen vermischen.In Ungarn sind in der Romanik eher zeitliche Entwicklungsphasen zu beobachten. So wurde am frühesten im reichen Westungarn (Transdanubien) mit der Bautátigkeit begonnen. Oberungarn und Siebenbürgen folgten erst spáter.In Baranya dürfen wir alsó keine speziellen Züge der mittelalterli-chen Kunst suchen, nicht zuletzt, weil auch territorial zwischen dem mittelalterlichen Burgkomitat und dem heutigen Bezirk Baranya bedeutende Unterschiede bestehen. Das Baranya der Arpadenzeit (10.-13. Jahrhundert) wurde östlich von der Donau begrenzt. Dies ist etwa auch die Grenze des heutigen Bezirks. In den anderen Himmelsrichtungen hat sich der Grenzverlauf jedoch grundlegend geándert, vor allém im Síiden, wo sich das Burgkomitat zur Zeit der Arpadenkönige bis an die Save (Száva) erstreckte. lm Friedens-vertrag von Trianon (1920) wurde dann die Drau (Dráva) - abge-sehen von dem Donaudreieck, das ebenfalls an Jugoslawien fiel - als Grenze festgelegt. lm Westen und Norden, wo Baranya an die Be-zirke Somogy und Tolna grenzt, erfolgten in den letzten drei Jahr-zehnten einige geringfügige Grenzkorrekturen.Mit Bedauern müssen wir auch eine zahlenmáBige Schrumpfung der mittelalterlichen Baudenkmáler verzeichnen. György Győrffy erwáhnt in seinem Werk Az Árpád-kori Magyarország történeti föld-3