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Für München eine gültige Formulierung zu finden, ist nicht so leidit, da der kühne Umbau noch nicht abgesdilossen ist. Erst in einigen Jahren, wenn er vollendet sein wird, wird man wissen, wie die Stadt wirklich aussieht. Sidier wird es kein roman-tisches Millionendorf mehr sein, sondern eine hochmoderne, weitraumige Stadt, die allén Ver-kehrsproblemen gewachsen ist: mit breiten Ring-strafien, sdinellen Fahrbahnen und zahlreichen U-Bahn-Linien. Heute gleicht München das ehe-malige Isar-Athén stellenweise einem verwir-renden...
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Für München eine gültige Formulierung zu finden, ist nicht so leidit, da der kühne Umbau noch nicht abgesdilossen ist. Erst in einigen Jahren, wenn er vollendet sein wird, wird man wissen, wie die Stadt wirklich aussieht. Sidier wird es kein roman-tisches Millionendorf mehr sein, sondern eine hochmoderne, weitraumige Stadt, die allén Ver-kehrsproblemen gewachsen ist: mit breiten Ring-strafien, sdinellen Fahrbahnen und zahlreichen U-Bahn-Linien. Heute gleicht München das ehe-malige Isar-Athén stellenweise einem verwir-renden Vexierbild: Man sieht die Stadt vor lauter Kranen nicht. Für die altén Münchner, die mit anti-quiertem Eigensinn an ihrem idyllischen Trott hangén, ist sie zu einem Alptraum geworden. Sie ware eine einzige Baugrube, murren die Grantler und Leberkas-Philosophen. Aber dieselben wenn sie's noch erieben werden genauso gemütlich in der verflixten U-Bahn hocken wie die nüchternen Apo-stel des bautechnischen Fortschritts. Wer das alte München noch kennt, liebt es mit rührender Beharr-lichkeit: den Stachus als er noch nicht verschan-delt war mit dem Brunnenbuberl und den Ka-stanienbaumen; den Sendlinger-Tor-Platz mit dem romantisch plátschernden Springbrunnen; den Ma-nenplatz mit der Mariensáule und den Tauben.Trotz des Umbaus, der grofie Fortschritte macht, kann man die mittelalterliche Enge und Intimitat der Altstadt im weiteren Umkreis der Frauenkirche und des altén St. Peter noch heute erieben. Da gibt es stille, verwunschene Höfe, wo die Zeit ihren hek-tischen Schritt verhalt, und schmale, verwinkelte Gassen, die im Schatten der Vergangenheit liegen.Diesen geruhsam-historischen Bezirk will man zur Fufigangerzone deklarieren gleichsam zu einem musealen Territórium, das unter Denkmalschutz steht.Wer den originalen Ausdruck des Münchnerischen sucht, findet ihn noch am ehesten auf dem Viktualien-markt, wo die berühmten Standlfrauen ebenso humorig wie schlagfertig ihre Waren feilbieten. Wie letzte Wahrzeichen der altén Münchner Herrlichkeit stehen hier die drei populársten Münchner auf ihren Sockeln: Kari Valentin, Liesl Karlstadt und Weifl Ferdl.Sobald man das intimé Geviert der Altstadt ver-láík, spürt man deutlich den architektonischen Zug ins Grofie und Weitlaufige. Man betritt die Zone der Wittelsbacher, die durch grofiráumige PlatzeLenbachplatz, Königsplatz, Odeonsplatz und breite eindrudcsvolle Straften MaximilianstraGe, Prinzregentenstrafie, Ludwigstrafie, LeopoldstraCemarkiért ist.Das historische Schaustück Münchens ist zweifel-los die Residenz der Wittelsbacher, die in Jahr-hunderten entstanden nach den schweren Zerstö-rungen im letzten Krieg heute nahezu wiederauf-gebaut ist: kein einzelnes Gebaude, sondern ein gan-zer Komplex von imponierenden Ausmafien. Trotz der verschiedenen Baustile macht sie einen harmo-nisch-geschlossenen Eindruck. Schon die langen, mo-numentalen Fassaden sind sehenswert: der Festsaal-bau, der den Hofgarten abgrenzt, die asthetisch vollendete Front der Maximilianischen Residenz an der Residenzstrafie die König Gustav von Schwe-den am liebsten in seine Heimat mitgenommen hatte und der Königsbau am Max-Joseph-Platz,7wo das restaurierte Nationaltheater steht die ge-heiligte Wallfahrtsstátte aller Opernfreunde. Den Münchnern ist die Residenz so vertraut, dafi sie gar nicht mehr hinschauen. Tausende gehen im Jahr an ihren Fassaden achtlos vorbei denn wie alle Wege nadi Rom führen, führen sie in München zur Residenz: Ob man vom Maximilianeum die ele-gante Maximilianstrafie hinuntergeht, ob man vom Marienplatz oder vom Lenbachplatz kommt, ob man vom Siegestor durch die Ludwigstrafie zum Odeonsplatz sdilendert: der Residenz kann man nicht entrinnen. Der Raum, den sie mit ihren weiten Anlagen umfafit, steht beherrsdiend im Blickfeld.Manche Münchner kennen die Residenz nur von der altén, behaglich verraudierten Pfalzer Weinstube, die sich in dem ehrwürdigen Gemauer stimmungs-voll eingenistet hat, von den Aufführungen im Cu-villiés-Theater und von den sommerlichen Konzer-ten im Brunnenhof. Um die Residenz in ihrer bau-lichen Vielfalt und ihrem kulturhistorischen Glanz zu erieben, müfite man einige Wochen opfern. Die Überraschung beginnt schon, wenn man von der Residenzstrafie aus durch den lánglichen Kapellen-hof geht, der wie eine schmale Gasse aussieht: Nur einen Steinwurf vom Verkehrslarm entfernt, ver-sinkt hier die Gegenwart. Wie verzaubert wandert man durch das Labyrinth vergangener Jahrhun-derte. Der intim-verwunschene Grottenhof mit dem Perseusbrunnen das ehemalige Residenzgárt-lein , der ansehnliche, achteckige Brunnenhof mit dem Wittelsbacherbrunnen, der quadratische Kai-serhof, der seinem Namen alle Éhre macht, der grofie rechteckige Apothekenhof und der Königs-

Termékadatok

Cím: München [antikvár]
Szerző: Erika Drave Theo Riegler
Kiadó: Süddeutscher Verlag
Kötés: Ragasztott kemény papírkötés
Méret: 250 mm x 190 mm
Erika Drave művei
Theo Riegler művei
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