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Das Münchner Kindl"Wappen der StadtEs begann mit den Mönchen .Die erste Urkunde der Stadt läßt sich auf das Jahr 1158 datieren.Damals, exakt am 14. Juni, sanktionierte Kaiser Friedrich Barba-rossa auf dem Augsburger Reichstag ein Verbrechen, das alsVerstoß gegen jede Art des Völkerrechts betrachtet werden muß:Herzog Heinrich der Löwe hatte die bei Föhring gelegene Isar-brücke des Bischofs von Freising niederbrennen und die uralteSalzstraße über eine neue Brücke umleiten lassen.Warum dieses Munichen" oder zu den Mönchen" nicht bereits1180 wieder zerstört wurde, wie es ein neuer Reichstagsbeschlußvon diesem Jahr vorsah, wissen wir nicht.Da Heinrich inzwischen in Ungnade gefallen war und sich des-halb niemand auf dem Regensburger Reichstag zum Fürspre-cher Münchens machte, wurde das Zerstörungsurteil nicht voll-streckt. Der Ort wurde wahrscheinlich inzwischen für den Freisin-ger Bischof selbst interessant. Er rang jahrzehntelang mit denneuen bayerischen Herzögen, den Wittelsbachern, um die Herr-schaft über die Stadt.Obwohl München die Rolle einer Residenzstadt der Wittelsbachernur zögernd übertragen wurde - seit 1255 hielt hier Ludwig derStrenge gelegentlich Hof - gewann die Stadt als Handelsplatzschon sehr rasch an Bedeutung. Um 1300 dürften etwa 3000Menschen hier gelebt haben, einige Jahrzehnte später waren esbereits 10000. Dabei bildete sich bald ein selbstbewußtes Bürger-tum heraus, das sich gegenüber den Herzögen und den späterenKurfürsten zu behaupten wußte.Etwa Ende des 13. Jahrhunderts wollten die Münchner die stän-dig zunehmende Münzverschlechterung nicht mehr akzeptierenund zerstörten kurzerhand die herzogliche Münze. Aber auchzwischen den Ratsgeschlechtern der Handelsherren und denZünften kam es zu Auseinandersetzungen.Das Alte Rathaus entstand 1472 fast gleichzeitig mit dem Lieb-frauendom. In dieser Zeit besaß die Stadt bereits über 10000Einwohner und selbständige Zünfte.Mit diesem Höhepunkt fiel natürlich der Beginn landesherrlicherMachtentfaltung zusammen. Herzog Albrecht V. erweiterte 1561zwar noch einmal die Rechte seiner fürstlichen Stadt München",wies jedoch den Rat der Stadt mit unverhohlener Drohgebärdedarauf hin, daß man sich mäßigen möge, da er sonst eineweitergehende Beschränkung seiner Privilegien und Freiheitenverfügen müsse. Münchens Schicksal wurde damit immer mehrvom Willen der Fürsten abhängig.Wie eindrucksvoll sich München selbst nach dem Ende des30jährigen Krieges präsentierte, beweist jener Ausspruch desSchwedenkönigs Gustav Adolf, nachdem er 1632 als Eroberer indie Stadt eingezogen war. München sei ein goldener Sattel aufdürrer Mähre", meinte er und bedauerte es, die Residenz vonKurfürst Maximilian I. nicht auf Rollen nach Stockholm befördernzu können. Diese Bewunderung für München hinderte GustavAdolf jedoch nicht, recht gewaltige Kontributionen aus der Bür-gerschaft herauszupressen.Um das Jahr 1794 lebten bereits über 34000 Menschen in derStadt, die 1806 aufgrund der Liaison der Wittelsbacher mit demFranzosenkaiser Napoleon Königliche Haupt- und Residenz-stadt" wurde. Der Obelisk am Karolinenplatz berichtet noch heutevom Preis für diese Königskrone: 30000 Bayern fielen 1813 mit derGrande Armée" in Rußland!War die Stadt 1821 Sitz des Erzbistums München-Freising gewor-den, so bildete die Verlegung der Landesuniversität von Lands-hut nach München im Jahre 1826 einen nicht minder bedeutsa-men Meilenstein auf dem Wege zu einer wirklichen Hauptstadt.Damals wuchs die Einwohnerzahl von etwa 76000 auf fast 90000im Jahre 1834. Durch Eingemeindungen (u.a. kam 1890 Schwa-bing hinzu) erreichte man um die Jahrhundertwende exakt499932 Einwohner, von denen freilich nur 180000 in Münchengeboren waren - deutlicher kann wohl die Anziehungskraft derIsar-Metropole nicht dokumentiert werden.München, aus der Schedel'schen Weltchronik, 1493,eine der frühesten Darstellungen der Stadt