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Stefan Buske - Münster [antikvár]
 
Münster - Stadt des Westfälischen Friedens »Unter allen Städten Westfalens ist Münster die vornehmste, ja in ganz Deutschland gibt es keine, die ihr darin gleichkommt.« Als sich die Dichterin Ricarda Huch 1927 so begeistert über Münster äußerte, konnte sie noch ein Stadtbild erleben, das über Jahrhunderte glanzvoll gewachsen war und ein unverwechselbares historisches Antlitz hatte. Die Stürme der Zeit hatte die Stadt fast unversehrt überstanden. Der letzte Weltkrieg allerdings bedeutete eine tiefe Zäsur. Über 100 Luftangiffe...
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Münster - Stadt des Westfälischen Friedens »Unter allen Städten Westfalens ist Münster die vornehmste, ja in ganz Deutschland gibt es keine, die ihr darin gleichkommt.« Als sich die Dichterin Ricarda Huch 1927 so begeistert über Münster äußerte, konnte sie noch ein Stadtbild erleben, das über Jahrhunderte glanzvoll gewachsen war und ein unverwechselbares historisches Antlitz hatte. Die Stürme der Zeit hatte die Stadt fast unversehrt überstanden. Der letzte Weltkrieg allerdings bedeutete eine tiefe Zäsur. Über 100 Luftangiffe hinterließen im Stadtbild unübersehbare Wunden: die Innenstadt war zu über 90% zerstört. Doch dann geschah ein kleines Wunder. Der Wiederaufbau der Altstadt verzichtete, anders als in vielen anderen vergleichbaren deutschen Städten, auf eine autogerechte, moderne Gestaltung. Der historische Stadtgrundriß und die überlieferte Straßenführung waren der Rahmen für die Wiederherstellung des alten Münsters, das in Anlehnung an das verlorene Original neu entstand. Dank der Tatkraft der Bürger wurden für das Stadtbild charakteristische Bauwerke wie das Rathaus, der Dom, die Altstadtkirchen und das Schloß in wesentlichen Teilen originalgetreu rekonstruiert. Münster erhielt seine historische Identität zurück, es erstrahlte in neuem Glanz. Theodor Heuss, der erste Bundespräsident, rühmte Münster bereits 1953 als »schönste Stadt Deutschlands«. Im Jahr 1993 feiert die Stadt das 1200jährige Jubiläum ihrer Gründung. Erst der Blick zurück in die Geschichte macht das vielgelobte Stadtbild Münsters begreifbar und öffnet dem Besucher den Zugang zu den Sehenswürdigkeiten. Münster im Mittelalter Die Geschichte der Stadt Münster beginnt im Jahr 793, als der friesische Missionar Liudger im Auftrage Karls des Großen auf dem Horsteberg, im Be- reich des heutigen Domes, ein befestigtes Missionskloster gründete. Es ersetzte eine in den Sachsenkriegen Karls des Großen zerstörte Siedlung mit dem Namen »Mimigernaford«, die im Schnittpunkt wichtiger Fernhandelsstraßen und an einer gangbaren Aafurt lag. Die Gründung von Klöstern hatte die Christianisierung der heidnischen Sachsen und ihre Eingliederung in das fränkische Reich zum Ziel. Liudgers »monasterium« (Kloster) war die Keimzelle von Münster, es gab der Stadt ihren heutigen Namen. Im Jahr 805 wurde Liudger zum ersten Bischof Münsters geweiht. Die ka-rolingische Domburg wurde zentraler Bischofssitz des Münsterlandes und zugleich rechtlich zur »civitas« (Stadt) aufgewertet. Sie umfaßte in ihrer Ausdehnung den heutigen Domplatz samt angrenzender Bebauung und hatte ihr geistliches Zentrum in der Bischofskirche Liudgers, dem Vorgängerbau des heutigen Doms. Neben den Klerikern lebten im Schutz der Domburg auch Handwerker, die in bescheidenen Fach-werk- und Lehmhäusern wohnten. Seit dem 10. Jahrhundert ließen sich zunehmend Kaufleute im Schutz der Domburg nieder. Sie siedelten bevorzugt nordöstlich der Domburg an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen. An dieser Stelle entstand spätestens Ende des 11. Jahrhunderts eine Marktkirche, die dem Hl. Lambertus geweiht war. Die Marktsiedlung der Kaufleute, die sich zunächst im Bereich der Straßen Roggenmarkt, Alter Fischmarkt und Alter Steinweg erstreckte, entwik-kelte sich rasch zu einem überregionalen Handelszentrum. Die älteste erhaltene münsterische Münze, der um 988/991 geprägte »Mimigernaford-Pfennig«, wanderte bis nach Schweden und belegt damit eindrucksvoll die weitreichenden Handelsverbindungen der Stadt in ottonischer Zeit. Eine zweite Siedlung entstand um das 1040 gegründete adelige Damenstift Unserer lieben Frau, das - vom Dom aus betrachtet - jenseits der Aa liegt und deshalb auch »Überwasser« genannt wurde. Südlich davon lag der Bisping-hof, ein Wirtschaftshof, der ursprünglich der Versorgung der Bischöfe diente. Östlich der Domburg entwickelte sich mit der etwa 1070 erfolgten Gründung des Kanonikerstifts St. Mauritz der Kernpunkt einer weiteren Ansiedlung, die jedoch außerhalb des eigentlichen Stadtgebiets verblieb. Im Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst, der sich am Recht der Bischofseinsetzung entzündete, geriet die kaisertreue Stadt in den Sog der Reichs-poUtik. Die Truppen der päpstlichen Parteigänger unter dem Sachsenherzog Lothar von Supplinburg zerstörten 1121 während der Stadtbelagerung große Teile der Domburg und der Kaufmannssiedlung. Der planmäßige Wiederaufbau ließ einen neuen Markt südlich der Lambertikirche entstehen, den späteren Prinzipalmarkt, bis heute Herz der Kaufmannsstadt. Mit der Zunahme der Stadtbevölkerung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts kam es zu einer weiteren Ausdehnung der Stadt und zur Gründung neuer Pfarreien; es entstanden die Pfarrkirchen St. Ludgeri, St. Aegidii, St. Martini und schließlich St. Servatii. Die zusammenwachsenden Stadtteile wurden mit einer um 1200 vollendeten Stadtmauer umschlossen, deren Verlauf bis heute an der Promenade ablesbar ist. Parallel zur topographischen Entwicklung vollzog sich die verfassungsrechtliche Stadtwerdung Münsters. Wie in anderen deutschen Städten war auch in Münster das Mittelalter geprägt von einem Machtkampf zwischen dem Bischof, der die traditionellen stadtherrlichen Rechte besaß, und den Bürgern, die nach der politischen Selbständigkeit strebten. Mit der Einrichtung eines eigenen Stadtgerichts in der Mitte des 12. Jahrhunderts gelang den Bürgern der erste Schritt zur politischen Emanzipa-

Termékadatok

Cím: Münster [antikvár]
Szerző: Stefan Buske
Kiadó: Artcolor Verlag
Kötés: Fűzött keménykötés
ISBN: 3892610916
Méret: 230 mm x 280 mm
Stefan Buske művei
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